Yoon Hyun-Ji mit 32: Ruhige Kämpferin, die im eigenen Tempo ging
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Manche Sportkarrieren leben von Schlagzeilen, andere von Durchhaltevermögen. Yoon Hyun-Ji gehört klar zur zweiten Gruppe. Mit 32 Jahren zieht die frühere Olympia-Finalistin und asiatische Medaillengewinnerin einen Schlussstrich nach einer Laufbahn, die von Disziplin, Geduld und lange durchgestandenen Phasen zwischen Erfolgen geprägt ist.
Bei ihrem Olympiedebüt in Tokyo 2020 kämpfte sie sich im -78kg ins Viertelfinale und landete schließlich auf Rang fünf, nachdem sie das Bronzeduell gegen Mayra Aguiar verlor. In Paris versuchte sie es ein zweites Mal: sie besiegte Britain’s Emma Reid, scheiterte dann gegen China’s Ma Zhenzhao und kündigte kurz darauf ihr Karriereende an.
Yoon begann 2007 mit Judo und entwickelte sich unter Lee Yong-Ho und Lee Hyun-Kyung rasch zu einem vielversprechenden Talent. 2011 stand sie im Finale der Junior World Championships, 2012 holte sie Bronze beim Grand Slam Tokyo – und erst 2023 folgte das nächste Grand-Slam-Bronze in Tokyo, elf Jahre später.
Ihre Laufbahn enthält Konstanz: Platz sieben bei den Worlds 2014, Medaillen bei Asian Championships und -Games, ein Sieg beim Grand Prix Portugal 2022. Europäische Gegnerinnen wie Emma Reid, Guusje Steenhuis, Madeleine Malonga und Luise Malzahn prägten zahlreiche Duelle.
Privat bleibt sie zurückhaltend, studierte in Yongin und trainierte am Jincheon National Training Centre. „You grow when you do things you don’t want to do.“ Mit diesem Prinzip beendet sie ihre Laufbahn auf eigenen Bedingungen.
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