Starker Schlusstag in Taschkent: Europas Schwergewichte drehen auf
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Der dritte und letzte Wettkampftag des OTP Group Tashkent Grand Slam 2026 endete mit einem deutlichen Lebenszeichen der europäischen Judoka. Zehn Medaillen, darunter drei Titel am Sonntag, verkleinerten den Abstand zur dominierenden Mannschaft aus Japan und brachten Europa am Ende auf viermal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. Gastgeber Usbekistan verteidigte Rang drei im Nationenranking.
Europas Judoka drehten am Finaltag in Taschkent richtig auf.
Im Finale bis 90kg traf Doppel-Olympiasieger Lasha Bekauri auf Murad Fatiyev. Der Georgier kassierte früh ein Shido, danach nutzte Fatiyev eine unübersichtliche Situation am Griffkampf knallhart aus, erzielte zunächst waza-ari und legte dann noch ein yuko nach. Bekauri erhöhte den Druck in der Schlussphase, aber Fatiyev blieb cool, verteidigte taktisch stark und holte sich überraschend den Grand-Slam-Titel für Aserbaidschan.
In der Klasse bis 78kg kam es zum reinen Europa-Duell zwischen Anna Monta Olek und Kaila Issoufi. Die Französin setzte konsequent auf Ärmelkontrolle, um Oleks gefürchtete maki-komi-Angriffe zu entschärfen. Erst markierte sie ein yuko, dann folgte ein waza-ari aus einem perfekt getimten Konter, der fast ippon gewesen wäre. Issoufi blieb dran, wechselte direkt in den Boden und sicherte sich über eine Haltetechnik und anschließende Armhebel-Sequenz das ippon – ihr erster Grand-Slam-Sieg.
Auch dahinter glänzten Europäerinnen: Aleksandra Babintseva holte Bronze bis 78kg, dominierte Karol Gimenes mit zwei frühen yuko und machte den Kampf mit einem Haltegriff zu. Im Halbschwergewicht bis 100kg erkämpfte Olympiasieger Zelym Kotsoiev nach einem langen Tag noch Bronze. Gegen Adam Sangariev fand er erst spät den Zugang, setzte dann in den letzten Sekunden ein kraftvolles maki-komi zum ippon.
Aserbaidschan prägte den finalen Tag mit starken Medaillen.
In der Kategorie +78kg war Lea Fontaine die einzige Europäerin auf dem Podium. Nach drei souveränen Siegen stand sie im Finale Akira Sone gegenüber. Die Japanerin zeigte extrem mobiles Judo, störte Fontaines Stand ständig mit präziser Beinarbeit und griff geschickt aus der Bewegung an. Schließlich nutzte Sone eine Lücke und punktete mit o-uchi-gari für ein entscheidendes yuko, das sie routiniert nach Hause brachte – Gold für Japan, Silber für Frankreich.
Bei den +100kg gingen drei von vier Medaillen an Europa. Mikita Sviryd sorgte gegen Bislam Katamardov mit einem waza-ari und einem weiteren yuko für seinen ersten Grand-Slam-Podestplatz. Die zweite Bronzemedaille erhielt Dzhamal Gamzatkhanov kampflos, weil Yerassyl Kazhybayev nicht antreten konnte. Im Finale stand dann die Halle Kopf, als Lokalmatador Alisher Yusupov auf Kanan Nasibov traf. Nach einem offenen Schlagabtausch ging es in den Golden Score, wo Nasibov den einzigen Fehler eiskalt nutzte, einen Haltegriff durchbrachte und den Traum der Gastgeber auf Gold stoppte.
Für Europa war dieser Schlusstag in Taschkent ein klares Statement. Nach einem eher zähen Start auf der World Tour drehte der Kontinent zum Finale auf – rechtzeitig vor dem Upper Austrian Grand Prix in der kommenden Woche.
Quelle: EJU_News