A Lausanne Tatami Moment Connects Maruyama and Orešković - Image: EJU / European Judo Union

Ein Tatami-Moment in Lausanne verbindet Maruyama und Orešković

Joshiro Maruyama und Petra Orešković kamen in Lausanne zu einer Begegnung zusammen, die zwei sehr unterschiedliche Wege im Judo hervorhob. Am 29. August teilten der zurückgetretene japanische Weltmeister und die kroatische Athletin im adaptierten Judo einen Moment, der die Fähigkeit dieses Sports unterstrich, Menschen zusammenzubringen.

Maruyama zählt zu den bekanntesten Judo-Stars Japans der jüngeren Zeit. Er gewann 2019 und 2021 die Weltmeistertitel in der Klasse bis 66 kg, erreichte vier WM-Finals und errang während seiner Karriere mehrere Siege bei IJF Grand Slams und Grand Prix.

Sein Uchi-mata wurde zu einem prägenden Bestandteil seines Judo: technisch ausgefeilt und zugleich fähig, explosive Wertungen zu erzielen. Maruyama war zudem Teil einer der intensivsten Rivalitäten des Sports und traf in einer Reihe bedeutender Kämpfe auf seinen herausragenden japanischen Landsmann Hifumi Abe.

Seit seinem Rücktritt im Februar 2025 hat Maruyama den Schritt vom Wettkampf hin zur Weitergabe des Wissens gemacht, das er während seiner Karriere gesammelt hat. Sein Fokus liegt nicht mehr darauf, selbst Medaillen zu gewinnen, sondern seine Erfahrung weiterzugeben.

Orešković steht für eine weitere wichtige Seite der Judo-Gemeinschaft. Die Kroatin ist eine bekannte Persönlichkeit in Europas Bewegung für adaptiertes Judo und gewann mehrere Medaillen bei den Europameisterschaften im Kata des adaptierten Judo sowie auf der EJU Get Together Tour.

Sie hat eine Zerebralparese und kann im Alltag vor Herausforderungen bei Mobilität, Kommunikation und sozialer Interaktion stehen. Ihr Platz im Judo hat jedoch dazu beigetragen, einen einfachen, aber bedeutsamen Punkt zu verdeutlichen: Eine Behinderung sollte niemals darüber entscheiden, ob jemand auf die Tatami gehört.

In Lausanne trafen Spitzenleistung und inklusives Judo auf derselben Tatami zusammen.

Ihre Geschichten sind eindeutig unterschiedlich. Maruyama erreichte die höchste Ebene des internationalen Wettkampfs, während Orešković über Jahre dazu beigetragen hat, Judo für Athletinnen und Athleten mit Behinderungen sichtbarer und zugänglicher zu machen. Ihre Begegnung zeigte jedoch, dass beide Wege zum selben Sport gehören.

Für einige Minuten verschwand in Lausanne die Distanz zwischen diesen Erfahrungen. Es war eine stille, aber kraftvolle Erinnerung daran, wofür Judo über Ergebnisse und Ranglisten hinaus stehen kann.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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