DJB setzt Neustart an: Spittka weg, Bazynski tritt zurück

Beim Deutschen Judo-Bund (DJB) kommt es zu einem schnellen Einschnitt im Männerbereich: Die Zusammenarbeit mit Bundestrainer Marko Spittka ist nach kurzer Zeit beendet. Spittka hatte das Amt erst im Dezember 2024 übernommen, der Schritt galt als ambitioniert – und stand von Beginn an unter dem Druck, das Männerteam neu aufzubauen.

Im deutschen Spitzenjudo sorgt der Trainerwechsel für spürbare Unruhe.

Der Verband sprach von einer „persönlichen Neuorientierung“ und bedankte sich für Spittkas Beitrag. Spittka ist als ehemaliger Olympiamedaillengewinner und international gefragter Coach bekannt, ebenso für einen fordernden Stil und eine starke Persönlichkeit, die ihn über Jahre im In- und Ausland geprägt haben.

Seine Rückkehr nach Deutschland war auch deshalb aufmerksam verfolgt worden, weil er zuvor im Ausland erfolgreich gearbeitet hatte. Besonders hervorgehoben wird seine Zeit im Umfeld des usbekischen Trainerteams, das Diyora Keldiyorova auf dem Weg zu Olympiagold begleitete. Dass er diese Erfahrung in die deutsche Struktur einbringen sollte, machte die Erwartungshaltung rund um das Projekt nicht kleiner.

Die Entscheidung hat zudem Folgen in der Führungsebene: Technischer Direktor und Vorstandsmitglied Michael Bazynski legte sein Amt nieder. Laut Bericht geschah das, weil er mit der Trennung von Spittka nicht einverstanden war. Bazynski, 67, gilt als prägende Figur im europäischen Spitzenjudo und war an Olympiamedaillenerfolgen mit deutschen und niederländischen Athleten beteiligt.

Ganz weg ist er offenbar nicht: Er soll dem Sport informell als Berater erhalten bleiben, da viele Top-Athleten weiterhin auf seine Erfahrung und sein technisches Know-how setzen. Für Spittka, den Europameister von 1992, dürfte es ebenfalls weitergehen – sein internationaler Ruf und frühere Stationen, unter anderem beim österreichischen Nationalteam, sprechen dafür, dass sich neue Optionen ergeben.

Quelle: JudoInside

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