Poulange überzeugt in Berlin: Junior-Europacup endet mit sieben Goldnationen

Alyssia Poulange ragte am Schlusstag des Junioren-Europacups Berlin 2026 heraus und trug dazu bei, dass das Turnier mit einem wirklich internationalen Medaillenspiegel endete. Im Sportforum Berlin feierten am 21. Juni an diesem zweiten und letzten Wettkampftag sieben Nationen Gold: die Slowakei, Frankreich, Österreich, Georgien, die Ukraine, Estland und Gastgeber Deutschland.

Am Sonntag war zudem eine klare Verschiebung zugunsten der Favoritinnen und Favoriten zu erkennen. Vier der sieben topgesetzten Athletinnen und Athleten wandelten ihre Ausgangsposition in Gold um und zeigten in den entscheidenden Phasen mehr Kontrolle als noch am Eröffnungstag.

In den Frauenklassen holte sich die topgesetzte Patricia Tomankova aus der Slowakei den Titel bis 48 kg. Danach folgte Frankreich mit Gold bis 52 kg durch Poulange, die sich durch eine anspruchsvolle Auslosung kämpfte. Bis 57 kg ergänzte Österreichs Marlene Schinwald ihre starke Saison mit ihrer zweiten Goldmedaille des Jahres.

Poulanges Weg in Berlin wirkte besonders bedeutend. Die 20-jährige Französin gewann alle vier Kämpfe und gab keine Begegnung ab, doch die größte Prüfung wartete im Halbfinale bis 52 kg gegen Tara Babulfath aus Schweden.

Dieser Kampf war von Beginn an eng und angespannt, beide Athletinnen lieferten sich ein Duell um Griffkampf und Positionierung. Keiner gelang in der regulären Kampfzeit der entscheidende Durchbruch, sodass die Begegnung in den Golden Score ging. Dort nutzte Poulange ihren Moment schnell und erzielte nur acht Sekunden nach Beginn der Verlängerung ein Yuko, das ihr den Finaleinzug sicherte.

Poulange fand ihre Öffnung genau in dem Moment, als der Druck seinen Höhepunkt erreichte.

Im Finale wartete die nächste ernsthafte Herausforderung. Gegenüber von Poulange stand Nungshithoi Chanu Leishangthem aus Indien, im Vorjahr Fünfte der Junioren-Weltmeisterschaften und bereits mit Erfahrung auf Seniorenebene.

Erneut musste Poulange geduldig bleiben. Die Entscheidung fiel später im Kampf, diesmal im Bodenkampf, wo sie die Wertung sicherte, die das Finale entschied und ihr die Goldmedaille brachte.

Noch bedeutender wurde das Ergebnis durch den Zusammenhang, in dem es stand. Berlin war nicht einfach nur eine weitere Station im Kalender des Junioren-Europacups. Für Poulange war es ein Qualifikationsturnier für die Europameisterschaften, was jeder Runde und jedem Austausch zusätzliches Gewicht verlieh.

Außerdem hatte sie Familie auf der Tribüne, was dem Tag noch eine weitere persönliche Ebene gab. Diese persönliche Motivation, verbunden mit der sportlichen Bedeutung, machte ihren Sieg zu einer der prägendsten Geschichten der Veranstaltung.

Für Frankreich war dieses Gold ein großes Highlight an einem Tag mit vielen verschiedenen Nationalhymnen. Für die europäische Juniorszene war es zugleich eine weitere Erinnerung daran, wie tief das Niveau derzeit ist, wenn mehrere Länder ganz oben auf dem Podium stehen und selbst etablierte Gesetzte ihren Status unter Druck erst bestätigen müssen.

Für Poulange geht der Blick nun zum Junioren-Europacup in Paks und zu den anschließenden Trainingslagern. Nach einer solchen Leistung in Berlin startet sie mit Schwung in die nächste Phase der Saison und mit einem Ergebnis, das weit über ein einziges Wochenende hinaus Bedeutung haben könnte.

Berlin gab Poulange mehr als nur eine Medaille; es gab ihr einen Sieg mit Signalwirkung.

Quelle: EJU.net

Quelle: Fighting Lifestyle

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