Amber Gersjes verwandelt Jahre der Geduld in den Grand-Slam-Durchbruch
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Amber Gersjes hat ihre Belohnung auf der World Judo Tour gefunden. Die Niederländerin in der Klasse bis 48 kg blickte im Gespräch mit der EJU auf einen langen Weg zurück, der ihr 2026 schließlich erst das erste Grand-Slam-Podium und dann den ersten Grand-Slam-Titel brachte.
Für Gersjes sind die Schlüsselwörter einfach: Geduld und Selbstvertrauen. Mit 28 verweist sie auf diese Eigenschaften als Unterschied zwischen frühem Potenzial und Erfolg im Seniorenbereich nach Jahren beständiger Arbeit.
Sie kam bereits mit starken Referenzen in den Seniorenbereich, darunter Junioren-Welt- und Europatitel sowie mehrere Medaillen bei European Cups. Ihr Grand-Slam-Debüt gab sie 2018 in Düsseldorf, und wie viele Athletinnen beim Übergang aus dem Juniorenbereich stellte sie schnell fest, dass Talent allein nicht ausreicht.
Gersjes sagte, sie habe aus ihrer Juniorenzeit eine starke Basis mitgebracht, räumte aber auch ein, dass sie anfangs nicht geduldig gewesen sei. Ihrer Ansicht nach verlangte Senioren-Judo mehr Ausgewogenheit und mehr Feinarbeit, und diese Anpassung brauchte Zeit.
Diese Zeit erstreckte sich über fast acht Jahre auf der World Judo Tour. Sie blieb konkurrenzfähig und gewann Medaillen bei Grand Prix- und European Open-Turnieren, doch das Grand-Slam-Podium blieb ihr über 13 Auftritte hinweg verwehrt.
Geduld wurde für Amber Gersjes 2026 schließlich mit Ergebnissen belohnt.
Was sie weitermachen ließ, war nicht nur Ehrgeiz, sondern auch ihre Verbindung zum Sport selbst. Gersjes beschrieb Judo als ihren Wohlfühlort und erklärte, dass ihr selbst in schwierigen Phasen die Rückkehr zu den Grundlagen und die Freude am Kampf halfen, motiviert zu bleiben.
Ein neues Team und erneuertes Selbstvertrauen spielten ebenfalls eine wichtige Rolle. Gersjes sagte, sie fühle sich nun jeden Tag stärker, und dieses Gefühl des Glaubens an sich selbst scheint die knappen Unterschiede zu ihren Gunsten verändert zu haben.
Der Wendepunkt kam beim Grand Slam 2026 in Duschanbe, wo sie das erste Finale ihrer Karriere auf der World Judo Tour erreichte und Silber gewann. Nur eine Woche später setzte sie in Kasachstan noch einen drauf und holte den ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere.
Für eine Judoka, die jahrelang angeklopft hatte, war das ein klarer und emotionaler Wandel. Der Durchbruch kam nicht aus dem Nichts, sondern durch Beharrlichkeit, Konstanz und die Bereitschaft, sich weiter Schritt für Schritt aufzubauen.
Gersjes hob auch den Wert der European Open-Serie für ihre Entwicklung hervor. Sie bezeichnete sie als einen großartigen Einstieg in das Senioren-Judo, lobte die unterstützende Atmosphäre bei EJU-Veranstaltungen und verwies zugleich auf die Professionalität und das Niveau, die Athletinnen und Athleten auf die höchste Bühne vorbereiten.
Sie ist überzeugt, dass Wettbewerbe im Seniorenbereich oft durch sehr kleine Unterschiede entschieden werden. Laut Gersjes liegen Top-Athletinnen qualitativ eng beieinander, sodass das Vertrauen in die eigenen Stärken im Kampf entscheidend wird.
Nun, da ihr der Durchbruch auf Grand-Slam-Niveau gelungen ist, sind ihre Ziele klar. Sie will um Gold kämpfen, sich jeden Tag weiter vorantreiben und das Ergebnis liefern, das am meisten zählt.
Der nächste wichtige Halt ist der Grand Slam 2026 in der Mongolei vom 19. bis 21. Juni, wo der Weg zu den Olympischen Spielen Los Angeles 2028 zunehmend an Bedeutung gewinnt. Trotz dieses größeren Ziels versucht Gersjes, auf dem Boden zu bleiben und den Weg zu genießen, während er sich weiter entfaltet.
Nach Jahren des Wartens hat Gersjes ihre Grand-Slam-Geschichte in kurzer Zeit verändert.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union