Vom späten Durchbruch zur Trainerbank: Antoine Valois-Fortiers zweite Karriere
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Mit 36 schon Nationaltrainer zu sein, ist im Leistungssport selten. Antoine Valois-Fortier hat diesen Sprung geschafft und steht heute an der Spitze des kanadischen Teams, das sich neue olympische Ziele setzt. Nach seiner aktiven Karriere führt er nun Kanadas Elite durch den nächsten Zyklus – in einem Umfeld, das zuletzt sogar olympisches Gold mit Christa Deguchi feiern konnte.
Sein eigener Weg begann international vergleichsweise spät, dafür umso eindrucksvoller. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London holte er in der Klasse bis 81 kg Bronze – und das in erst seinem zweiten Jahr im internationalen Seniorenbereich. Dass er zuvor weder als Cadet noch als Junior große Medaillen gesammelt hatte, macht diesen Moment zu einem echten Beweis für Geduld und Biss.
Ein späte Karriere-Blüte, die ihn bis ganz nach oben trug.
In den folgenden Jahren bestätigte er seinen Platz in der Weltspitze. 2014 kämpfte er sich bei den Weltmeisterschaften bis ins Finale und gewann Silber gegen Avtandil Tchrikishvili. Dazu kamen WM-Bronzen 2015 und 2019 im Budokan in Tokio – Konstanz über mehrere olympische Zyklen hinweg.
Auch in Rio 2016 blieb er ein Faktor und wurde Siebter, knapp am Podest vorbei. Auf der IJF World Tour sammelte er insgesamt 25 Medaillen, darunter Gold beim Grand Prix in Hohhot 2017. 2019 folgten weitere Podestplätze, darunter Bronze bei den Grand Prix in Tbilisi und Antalya sowie Silber in Montreal und Zagreb.
Geprägt wurde er lange von Coach Nicolas Gill, selbst Olympiamedaillengewinner und heute CEO von Judo Canada. Nach seinem Rücktritt im Dezember 2021 übernahm Valois-Fortier sofort Verantwortung als Nationalcoach – mit ruhiger Art, taktischer Stärke und dem Anspruch, Erfahrung direkt an die nächste Generation weiterzugeben.
Quelle: JudoInside