Apeldoorn zählt runter: Die Heim-EM 2027 soll mehr sein als nur ein Turnier
Teilen
Nach 22 Jahren kehren die Senioren-Europameisterschaften im Judo in die Niederlande zurück. Mit der offiziellen Fahnenübergabe in Tbilisi hat der Weg nach Apeldoorn 2027 sichtbar begonnen. Für das niederländische Judo ist das ein großer Moment, der Tradition und Zukunft eng zusammenbringt.
Im Mittelpunkt steht nicht nur das Turnier selbst, sondern ein breiter Plan für die Zeit davor. Unter dem Motto „Judo for the Future“ startet ab Juni eine Kampagne, die Kinder in Schulen ansprechen soll. Zunächst digital, später direkt im Sportunterricht, sollen junge Menschen mit den Werten des Judo und mit dem Sport selbst in Kontakt kommen.
Danach ist in der Provinz Gelderland ein Hub vorgesehen, ergänzt durch Masterclasses mit Mark Huizinga. Der dreifache Olympiamedaillengewinner ist zugleich Turnierdirektor und eine der prägenden Figuren des niederländischen Judo. Am Ende dieser Kette sollen Kinder die Europameisterschaften live erleben können.
Apeldoorn 2027 will nicht nur Zuschauer gewinnen, sondern neue Judoka erreichen.
Die Organisatoren denken aber nicht nur an die junge Generation. Ein zweites Programm richtet sich an Menschen über 60 und 70. Unter dem Namen „Moving with Certainty“ werden judo-basierte Prinzipien genutzt, um Stürzen vorzubeugen und das Risiko schwerer Verletzungen zu verringern.
Auch als Event will Apeldoorn neue Wege gehen. Die Veranstalter sprechen von Einflüssen aus Tennis, Formula One, Sail Amsterdam und der Festivalwelt. Ziel ist eine volle Omnisport Arena an allen vier Wettkampftagen und eine Atmosphäre, die auch Menschen außerhalb der Judo-Community anzieht.
Sportlich passt der Zeitpunkt aus niederländischer Sicht perfekt. Die frisch gekrönte Europameisterin Joanne van Lieshout machte deutlich, wie viel ihr eine Heim-EM bedeuten würde. Gerade für europäische Athletinnen und Athleten ist ein kontinentales Titelturnier vor eigenem Publikum oft etwas ganz Besonderes.
Vom 15. bis 18. April 2027 soll Apeldoorn damit nicht nur Gastgeber sein. Die Stadt will zeigen, wie ein europäisches Judo-Fest mit Heimgefühl aussehen kann.
Quelle: EJU_News