Astana signals fresh momentum for Australia’s Para-judo squad - Image: IJF / International Judo Federation

Astana signalisiert neuen Schwung für Australiens Para-Judo-Team

Australiens Para-Judo-Team reiste mit einer kleinen Mannschaft nach Astana, doch das Gefühl um die Gruppe herum war größer als die Zahl der Athletinnen und Athleten. Die Finanzierung bleibt eine echte Herausforderung, doch die Leistungen am zweiten Tag des IBSA Grand Prix deuteten darauf hin, dass die Entwicklung bereits Gestalt annimmt.

Die herausragende Geschichte des Vormittags schrieb Maysa Abouzeid in der Kategorie J1W -60 kg. Als relative Neuling auf der IBSA-Tour besiegte sie zunächst in der Runde der letzten 16 eine Athletin aus dem Gastgeberland und sorgte dann mit einem Sieg gegen die an Nummer eins gesetzte Larissa Silva aus Brasilien im Viertelfinale für die Überraschung ihres Tages. Dieses Ergebnis schickte Silva in die Hoffnungsrunde und brachte Abouzeid in ein Halbfinale gegen die amtierende IBSA-Weltmeisterin Uljon Amrieva aus Usbekistan.

Abouzeid verlor dieses Halbfinale, doch ihr Lauf brachte ihr dennoch erstmals einen Platz im Finalblock bei einer IBSA-Judo-Veranstaltung ein. Für eine Athletin, die Spitzensport mit einer Vollzeitstelle als Sozialarbeiterin verbindet, war das ein bedeutender Schritt, der sowohl Widerstandskraft als auch stetige Entwicklung widerspiegelte.

Maysa Abouzeid machte aus einer starken Vormittagseinheit einen Tag des Durchbruchs.

Als Abouzeid offen über das Leben als J1-Athletin sprach, erklärte sie, dass sie an einer Stelle ihres linken Auges nur sehr wenig Sehvermögen habe und dass ihr Gehirn sich darum herum anpasse. Sie machte auch deutlich, dass internationale Wettkämpfe in hohem Maß von finanzieller Unterstützung abhängen. Wie viele Athletinnen und Athleten organisiert sie das Training neben der Arbeit, doch ihre Aussagen zeigten kein Selbstmitleid, sondern nur Realismus und Entschlossenheit.

Ihre Verbindung zum Judo reicht Jahre zurück. Als sie während der Olympischen Spiele in Peking hörte, dass blindes Judo seit 1988 für sehbehinderte Athletinnen und Athleten anerkannt ist, suchte sie nach einem Zugang und hörte nie wieder auf. Für sie ist Judo nicht nur Wettkampf. Es ist Gesundheit, Unabhängigkeit und eine tägliche Herausforderung, die Handeln und Disziplin verlangt.

Es gab auch über eine einzelne Athletin hinaus ermutigende Zeichen. Taylor Gosens erreichte am zweiten Tag ebenfalls den Finalblock, ein bemerkenswertes Ergebnis, weil es bei ihrem ersten Wettkampf seit dem Wechsel von über 70 kg in die Klasse unter 70 kg gelang. Ein solcher Wechsel kann anspruchsvoll sein, was diese Leistung für Australien besonders vielversprechend machte.

Beide Athletinnen verwiesen auf ein strukturierteres Umfeld innerhalb des Teams. Abouzeid schrieb den Trainerinnen und Trainern zu, den Athletinnen und Athleten bei der technischen Verbesserung zu helfen, während Gosens den Einfluss des neuen Cheftrainers Ivica Pavlovic und von Trainer Fabian in Astana hervorhob. Ihrer Ansicht nach ist das Programm organisierter geworden, und die Bemühungen um Finanzierung sind Teil dieses neuen Vorstoßes.

Auch ein kleineres Team kann einen großen Wandel auslösen.

Judo Australia bezeichnete Astana als die erfolgreichste Para-Judo-Veranstaltung des Landes überhaupt und verwies dabei auf die Leistungen von Abouzeid in J1U60kg und Gosens in J2U70kg. Auch ohne über die Tatsachen auf der Matte hinauszugehen, bringt diese Aussage die Stimmung in dieser Gruppe auf den Punkt.

Australiens Para-Judo-Team befindet sich weiter im Aufbau, und die Hindernisse sind nicht verschwunden. Doch in Astana machte die Verbindung aus Durchbruchsergebnissen, sichtbar gewachsenem Glauben und einer neuen Richtung im Trainerteam eines schwer zu übersehen: Dieses Team bewegt sich vorwärts.

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

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