Australien stärkt den Weg zu einem inklusiven Judo
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Angepasstes Judo stand bei einem Fortbildungs- und Trainingsbesuch in Australien im Mittelpunkt. Die Mitglieder der IJF Inclusion Commission, Marina Draskovic und Kerry Tansey, arbeiteten dabei mit der nationalen Judo-Gemeinschaft zusammen. Auf Einladung der Australian Adaptive Working Group und mit Unterstützung von Judo Australia ging es darum, Judo zugänglicher zu machen, ohne seine technische Identität aufzugeben.
Trainer, Vereinsverantwortliche, Eltern und Vertreter des Verbandes nahmen am Programm teil. So entstand ein breiter Austausch darüber, was Inklusion auf und neben der Tatami erfordert. Die zentrale Botschaft war eindeutig: Angepasstes Judo ist keine eigene Sportart, sondern Judo, das durch besseres Coaching, Kommunikation und Unterstützung zugänglich wird.
Ein wesentlicher Teil der Einheiten war das Divisioning. Die Teilnehmenden lernten, technische Inhalte, Verhalten und Fähigkeiten einzuschätzen, um Judoka einer von fünf anerkannten Leistungsstufen zuzuordnen. Die praktische Arbeit auf der Tatami gab den Trainern Gelegenheit, Kompetenz, Selbstvertrauen und Kontrolle zu erkennen – wichtige Voraussetzungen für faire und sinnvolle Wettkampfmöglichkeiten.
Auch inklusives Coaching wurde in praktischen Übungen und spielerischen Lernformen behandelt, die Marina Draskovic leitete. Aufwärmspiele, Bewegungsübungen und technische Aufgaben zeigten, wie sich Trainingseinheiten an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen lassen, ohne den Charakter des Judo zu verändern. Der Ansatz sollte allen Judoka Beteiligung und Lernen ermöglichen, nicht nur denjenigen in angepassten Kategorien.
Inklusives Coaching kann das Judo-Erlebnis für alle auf der Tatami verbessern.
Unter der Leitung von Sanja Delladio wurden im angepassten Nage-no-kata Veränderungen für Tachi-shisei und Ne-shisei vorgestellt. Griffe, Bewegungsabläufe und Positionierung wurden an individuelle Bedürfnisse angepasst, während die technische Qualität im Vordergrund stand. Im zweitägigen Programm konnten die Judoka auch selbst an Kata-Wettkämpfen teilnehmen.
Auf Grundlage der vorherigen Einschätzungen wurden anschließend Wettkampfpools zusammengestellt, um passende Begegnungen zu ermöglichen. Ein Teamwettbewerb bildete den Abschluss des Programms. Er schuf weitere Wettkampfmöglichkeiten und förderte Kommunikation, Teamarbeit und den Zusammenhalt im Verein.
Die Auswirkungen waren bereits während der Einheiten spürbar. Dem Bericht zufolge blieben Judoka länger konzentriert und aktiv dabei, darunter auch einige, die sich normalerweise schnell zurückziehen würden. Eltern und Trainer beobachteten zudem mehr Selbstvertrauen in der Bewegung, eine größere Bereitschaft, Neues auszuprobieren, sowie eine positive gemeinsame Dynamik.
Der Besuch blendete die Herausforderungen des angepassten Judo in Australien nicht aus, darunter die finanzielle Unterstützung und die großen Entfernungen in einem so weitläufigen Land. Er verdeutlichte jedoch, warum klare Strukturen wichtig sind. Fortbildung, Divisioning und inklusive Wege können mehr Menschen den Einstieg ins Judo ermöglichen, sie langfristig binden und ihre Entwicklung im Sport fördern.
Für Tansey und Draskovic bedeutet eine angepasste Vermittlung von Judo nicht, die Anforderungen zu senken. Ihr Ansatz setzt auf Verbindung, Kommunikation und technische Klarheit, damit jeder Judoka einen authentischen Zugang zum Judo erhält. Er steht zugleich für Jita Kyoei, das Prinzip des gegenseitigen Wohlergehens und Nutzens.
Die Initiative in Australien unterstrich den Wert internationalen Wissensaustauschs. Mit kontinuierlicher Fortbildung, Verbindungen zwischen den Vereinen und Unterstützung für bereits Aktive hat angepasstes Judo eine Grundlage, um zu einem nachhaltigen Teil der gesamten australischen Judo-Gemeinschaft zu werden.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation