Azerbaijan Sets the Pace as Cadet Talent Shines in Bielsko-Biała - Image: EJU / European Judo Union

Aserbaidschan gibt das Tempo vor, während Kadetten-Talente in Bielsko-Biała glänzen

Der erste Tag des Cadet „Millennium Team“ European Cup in Bielsko-Biała bot genau das, was sich Fans des Nachwuchs-Judos erhoffen: starke Auftritte, spannende Kämpfe und einige sehr persönliche Momente auf der Tatami.

Aserbaidschan beendete den Tag an der Spitze des Medaillenspiegels mit insgesamt acht Medaillen: zwei Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen. Es ging nicht nur um ein einzelnes herausragendes Resultat. Das Team platzierte Athletinnen und Athleten in mehreren Gewichtsklassen und zeigte jene Konstanz, die es zu einer der stärksten Kadetten-Nationen Europas macht.

Kasachstan blieb dicht dahinter auf Platz zwei mit einer Gold-, zwei Silber- und sieben Bronzemedaillen. Die mannschaftliche Tiefe war den ganzen Tag über sichtbar: Mehrere Judoka erreichten den Finalblock und hielten den Druck auf die Führenden von Anfang bis Ende aufrecht.

Israel schloss den Auftakttag auf Rang drei ab, nachdem das Team eine Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille gewonnen hatte. Es war eine kompakte, aber wirkungsvolle Ausbeute, getragen von selbstbewussten Leistungen und einer starken Medaillenausbeute.

Auch für das Gastgeberland gab es am ersten Tag einiges Positives. Polen beendete die Veranstaltung auf Platz acht mit zwei Silbermedaillen, und auch wenn ein Heimsieg in Gold ausblieb, bot die Mannschaft dem Publikum dennoch mehrere engagierte Auftritte, hinter die es sich stellen konnte.

Aserbaidschan setzte den ersten Akzent, doch das Medaillenrennen ist noch lange nicht entschieden.

Zu den herausragenden europäischen Geschichten gehörte der Sieg von Dominika Gracova aus der Tschechischen Republik in der Klasse bis 40 kg. Ihre Worte nach dem Finale zeigten, wie viel ihr dieses Ergebnis bedeutete. Nach einer Niederlage in Berlin bezeichnete sie diesen Erfolg als Comeback und gab zu, dass sie sich zugleich glücklich und erleichtert fühle.

Diese Offenheit verlieh dem Resultat zusätzliches Gewicht. Gracova sagte, dass für sie das Schwierigste am Judo das Verlieren sei, besonders in einem Finale oder in einem Kampf um Bronze, und bei dieser Gelegenheit musste sie ebenso sehr ihre eigene mentale Verfassung steuern wie die Gegnerin vor ihr.

Eine weitere denkwürdige Leistung kam von Österreichs Isabella Stoegmann, die die Klasse bis 52 kg gewann. Sie verwies auf eine Technik, die sie seit ihrer Kindheit trainiert, als Schlüsselmoment des Finales und sagte, sie habe die Öffnung erkannt und sich entschieden, konsequent durchzuziehen.

Stoegmanns Gold hatte zudem eine eigene emotionale Dimension. Sie sprach über ihre Rückkehr nach einer langen Vorgeschichte mit Rückenverletzungen und sagte, sie sei einfach sehr glücklich, wieder kämpfen zu können. Vor dem ersten Kampf habe es Nervosität gegeben, aber auch die klare Entschlossenheit, alles zu geben.

Einige der größten Siege am ersten Tag waren ebenso mental wie technisch.

Da noch ein weiterer voller Wettkampftag bevorsteht, bleibt die Veranstaltung völlig offen. Aserbaidschan hat sich zwar früh einen Vorteil verschafft, doch die Verfolgerteams haben bereits genug Qualität gezeigt, um den Kampf in den verbleibenden Gewichtsklassen offen zu halten.

Am zweiten Tag stehen bei den Mädchen die Klassen bis 57 kg, bis 63 kg, bis 70 kg und über 70 kg auf dem Programm, dazu bei den Jungen die Kategorien bis 73 kg, bis 81 kg, bis 90 kg und über 90 kg. Wenn der Auftakttag ein Hinweis ist, dann stehen noch mehr starkes Judo und noch mehr große Emotionen bevor.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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