Brasilien festigt seinen Platz in der globalen Judo-Ausbildung mit neuer IJF-Academy-Woche
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Brasilien ist erneut zu einem Treffpunkt der Judo-Ausbildung geworden, denn der Brasilianische Judo-Verband begrüßte in Pindamonhangaba, São Paulo, einen weiteren praktischen Kurs der IJF Academy „Judo Instructor – Level 1“. Die jüngste Ausgabe brachte 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus acht Ländern zu einer anspruchsvollen Woche zusammen, die von Praxisarbeit, Bewertung und gemeinsamem Lernen geprägt war.
Für Brasilien war dies mehr als nur ein weiterer Termin im Kalender. Es war das dritte Mal, dass das Land das Programm ausrichtete, nach früheren Ausgaben in den Jahren 2019 und 2023, und es unterstrich seine wachsende Rolle im Bildungsbereich des internationalen Judo.
Der Kurs wurde von der IJF Academy unter der Schirmherrschaft der International Judo Federation organisiert. Für den Brasilianischen Judo-Verband bedeutet die erneute Ausrichtung einen wichtigen Impuls für die Entwicklung von Trainerinnen, Trainern und Offiziellen im ganzen Land, zumal diese Zertifizierung für Fachkräfte erforderlich ist, die bei Veranstaltungen der World Judo Tour arbeiten möchten.
Thiara Bertoli, Competition Manager des Brasilianischen Judo-Verbands, bezeichnete das Programm als wichtige Initiative für die Judo-Gemeinschaft. Sie verwies auf den Wert, brasilianischen Trainerinnen, Trainern und Kampfrichterinnen und Kampfrichtern direkten Zugang zu diesem Ausbildungsniveau zu ermöglichen, ohne ins Ausland reisen zu müssen.
Brasilien bildet nicht nur Athletinnen und Athleten aus, sondern prägt auch die Menschen rund um die Tatami.
Einer der wichtigsten Fortschritte in diesem Jahr war die Einbindung von Kampfrichterinnen und Kampfrichtern neben Trainerinnen und Trainern in dieselbe Ausbildungsstruktur. Diese Veränderung ist bedeutsam. Sie spiegelt eine weiter gefasste Idee innerhalb der IJF Academy wider: Judo entwickelt sich am besten, wenn diejenigen, die es lehren, und diejenigen, die es bewerten, von demselben technischen und pädagogischen Verständnis ausgehen.
Florin Daniel Lascau, Leiter der IJF Academy, betonte dieses Ziel deutlich und erklärte, dass die Academy darauf abziele, Trainerinnen und Trainern überall auf der Welt dasselbe Bildungsniveau zu bieten. Er wies auch darauf hin, dass Kampfrichterinnen und Kampfrichter nun Teil des Prozesses sind, weil Kampfrichtertätigkeit universell ist und weil Trainer und Kampfrichter ein gemeinsames Verständnis von Judo benötigen.
Dieselbe Botschaft wurde auch von Olympiasiegerin Tina Trstenjak aufgegriffen, die als Expertin der IJF Academy anwesend war. Ihre Anwesenheit verlieh der Veranstaltung zudem eine starke europäische Verbindung, gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Frankreich, Spanien und Luxemburg. Trstenjak hob hervor, wie wichtig es ist, dass Trainer, Kampfrichter und Athleten Judo auf dieselbe Weise verstehen, wenn sich der Sport weiterentwickeln soll.
Im Laufe der Woche nahmen die Kandidatinnen und Kandidaten an praktischen Einheiten zu Tachi-waza, Ne-waza und Kata teil, jeweils am Vormittag und am Nachmittag. Dieser praxisnahe Teil des Programms ist verpflichtend für alle, die den theoretischen Online-Teil bereits abgeschlossen haben und bei großen internationalen Veranstaltungen, darunter Weltmeisterschaften, World Judo Masters, Grand Slams und Grand Prix, coachen oder als Offizielle tätig sein wollen.
Der Kurs wurde außerdem in Partnerschaft mit dem Olympic-Solidarity-Programm des Internationalen Olympischen Komitees organisiert, was seine internationale Bedeutung zusätzlich unterstrich. Neben den brasilianischen Teilnehmenden kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Frankreich, Spanien, Südafrika, Peru, Chile, Kolumbien und Luxemburg, wodurch die Woche nicht nur zu einem Zertifizierungsweg, sondern auch zu einem echten Erfahrungsaustausch wurde.
Eine gemeinsame Judo-Sprache kann den Sport weit über eine einzige Trainingswoche hinaus prägen.
Brasiliens jüngste Rolle als Gastgeber zeigte, dass Fortschritt im Judo nicht nur von Medaillen und Wettkampftagen abhängt. Es geht auch darum, stärkere Trainerinnen und Trainer, bessere Kampfrichterinnen und Kampfrichter und eine stärker vernetzte globale Gemeinschaft rund um den Sport aufzubauen.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation