EJU Conference Puts Mental Health, Safety and Inclusion at the Center of Judo - Image: EJU / European Judo Union

EJU-Konferenz rückt psychische Gesundheit, Sicherheit und Inklusion ins Zentrum des Judo

Die Europäische Judo-Union eröffnet eine breitere Diskussion darüber, wie Qualität im Judo eigentlich aussieht. Mit einer virtuellen Konferenz am 03. Juli 2026 bringt die EJU Themen wie psychische Gesundheit, Schutzmaßnahmen, Inklusion und Gleichstellung direkt in den sportlichen Alltag.

Diese Initiative folgt auf zwei Jahre Arbeit der EJU-Menschenrechtskommission, die Online-Kurse entwickelt und kleinere Austauschformate zu Schutzmaßnahmen, Vielfalt und Gleichstellung durchgeführt hat. Nun werden diese Gespräche in einen breiteren europäischen Rahmen überführt, mit dem Ziel, Vereinen, Trainerinnen und Trainern sowie Ehrenamtlichen praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie tatsächlich nutzen können.

Im Kern der Botschaft steht eine einfache Idee: Judo dreht sich nicht nur um Leistung. Es geht auch um Menschen, Verantwortung und Werte. Dieses Thema zieht sich durch die gesamte Veranstaltung, die sich an alle richtet – von Leistungssporttrainerinnen und -trainern bis zu Vereinspräsidentinnen und -präsidenten sowie Ehrenamtlichen, die nah an der Tatami arbeiten.

Veronika Jakl, Menschenrechtsbeauftragte der EJU, ordnet die Konferenz nicht als neuen Kurs, sondern als Teil des ursprünglichen Auftrags des Judo ein. Sie beschreibt den Fokus auf psychische Gesundheit, Sicherheit und Inklusion als Fortsetzung der pädagogischen Vision von Jigoro Kano – mit derselben Ernsthaftigkeit, mit der Judo das technische Training behandelt.

Dieser Punkt ist im heutigen Sportumfeld noch wichtiger. Familien haben viele Möglichkeiten bei der Wahl von Aktivitäten, und Vertrauen ist zu einem entscheidenden Teil des Rufs eines Vereins geworden. Jakl betont, dass Eltern wissen wollen, dass ihre Kinder in guten Händen sind, und dass sich Organisationen dann abheben, wenn sie Judo-Werte leben, statt sich nur auf Medaillen zu konzentrieren.

Die Botschaft ist klar: Eine starke Judo-Kultur beginnt mit sicheren Menschen und sicheren Räumen.

Die Organisatoren scheinen auch eine verbreitete Herausforderung im europäischen Judo zu verstehen: Viele Vereine werden von Ehrenamtlichen getragen und verfügen nur über begrenzte Ressourcen. Deshalb ist die Konferenz auf Werkzeuge und Strategien ausgerichtet, die sich in bestehende Trainingsstrukturen einfügen, statt unrealistische Zusatzanforderungen zu schaffen.

Das Programm spiegelt diesen praxisnahen Ansatz wider. Dr. Martin Poiger, Generalsekretär der EJU, soll die Begrüßungsansprache halten. Weitere Beiträge befassen sich mit Vielfalt und Zugänglichkeit mit Andrew Scoular von der EJU-Menschenrechtskommission und British Judo sowie mit einer Präsentation darüber, wie Vereine als „Safe Combat“ zertifiziert werden können, von Juliane Robra von der Sport Evolution Alliance und Judo Switzerland gemeinsam mit Prof. Nemanja Stankovich von der EJU-Wissenschaftskommission und der Universität Niš in Serbien.

Außerdem wird es eine Sitzung mit dem Titel Männer als Verbündete: Unsere Macht für die Gleichstellung im Judo nutzen geben, geleitet von Roger Svedberg von der EJU-Menschenrechtskommission und dem Schwedischen Judo-Verband. Auch Jakl wird zum Thema Psychische Gesundheit als Grundlage für Leistung sprechen, in ihren Funktionen bei der IJF, EJU und Judo Austria.

Neben den Präsentationen können die Teilnehmenden an Diskussionen und interaktiven Einheiten teilnehmen, die auf offenen Dialog und aktive Mitwirkung ausgerichtet sind. Das dürfte eine der wichtigsten Stärken der Veranstaltung sein: Es geht nicht nur ums Zuhören, sondern darum, Werte in Vereinen und Verbänden in alltägliche Gewohnheiten zu verwandeln.

Die Konferenz findet von 17:00 bis 20:30 Uhr MEZ statt, und die Anmeldung ist kostenlos. Für einen Sport, der oft feiert, was im Wettkampf geschieht, erinnert diese Veranstaltung daran, dass die Zukunft des Judo auch weit über die Anzeigetafel hinaus geprägt wird.

Für die EJU geht es darum, Werte im europäischen Judo in tägliche Praxis zu verwandeln.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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