Europas Schwergewichte setzen am Finaltag in Astana ein Ausrufezeichen
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Der letzte Tag des Qazaqstan Barysy Grand Slam 2026 brachte in Astana einen starken europäischen Abschluss: Vier der fünf Goldmedaillen gingen an Athletinnen und Athleten des Kontinents. Es war ein Tag, geprägt von Durchbruchsiegen, taktischer Kontrolle und Schwergewichtspower vor einem Publikum, das jeden Moment sichtbar zu schätzen wusste.
Eine der herausragenden Geschichten spielte sich in der Männerklasse bis 90 kg ab, in der Serbiens Boris Rutovic bei erst seinem zweiten Grand-Slam-Start Gold gewann. Der 19-Jährige hatte erst eine Woche zuvor in Duschanbe sein Debüt gegeben, weshalb dieses Ergebnis wie ein riesiger Schritt nach vorn wirkte.
Rutovic besiegte im Finale den Brasilianer Guilherme Schimidt und sagte anschließend, er sei stolz auf seinen ersten Grand-Slam-Titel. Außerdem verwies er auf die Atmosphäre in Kasachstan und erklärte, es bedeute ihm viel, den Titel vor Fans zu gewinnen, die Judo wirklich verstehen.
Moldaus Mihail Latisev erholte sich von einer Viertelfinalniederlage gegen Rutovic und kämpfte sich dennoch zu Bronze. Für die Niederlande verpasste Frank de Wit das Podium knapp und beendete den Tag nach seiner Halbfinalniederlage gegen den Serben auf Rang fünf.
Boris Rutovic machte seinen zweiten Grand Slam zu einem Goldmoment.
Im Frauenwettbewerb bis 78 kg lieferte Deutschland mit einem rein deutschen Finale eines der prägnantesten Bilder des Tages. Anna Monta Olek besiegte Alina Boehm in einem taktisch geprägten Duell, kontrollierte den Kampf mit ihrer Griffarbeit und setzte damit einen weiteren wichtigen Meilenstein in ihrer Saison.
Oleks Grand-Slam-Ergebnisse 2026 haben sich Schritt für Schritt aufgebaut: Bronze in Paris, Silber in Taschkent und nun Gold in Astana. Sie sagte der IJF, dass Würfe gegen ihre Teamkollegin schwer seien, weil sie sich so gut kennen, und erklärte, ihr Sieg sei daraus entstanden, mental stabil zu bleiben und Angriffe zu erzwingen, um Strafen zu vermeiden.
Auch in derselben Kategorie gab es weiteren europäischen Erfolg: Frankreichs Liz Ngelebeya sicherte sich Bronze mit Harai-goshi. Litauens Migle Julija Dudenaite und Russlands Aleksandra Babintseva belegten jeweils Rang sieben.
Die Männerklasse bis 100 kg ging durch Marat Baikamurov an Gastgeber Kasachstan, doch auch europäische Athleten spielten eine prominente Rolle. Moldaus Vadim Ghimbovschi gewann Silber, während der Niederländer Michael Korrel Bronze holte, seine erste Medaille auf der World Judo Tour seit 2024.
In der Frauenklasse über 78 kg erreichte Russlands Elis Startseva nach zuvor sechs Grand-Slam-Medaillen ohne Gold endlich die oberste Stufe. Im Finale besiegte sie Kasachstans Kamila Berlikash mit einem Armhebel und sagte danach, die Unterstützung der heimischen Fans habe den Sieg noch besonderer gemacht.
Italien stellte in der Klasse über 78 kg zwei Fünftplatzierte: Erica Simonetti und Tiziana Marini verpassten beide knapp das Podium.
Auch das letzte Gold des Tages in der Männerklasse über 100 kg blieb in Europa. Russlands Inal Tasoev, der amtierende Weltmeister, besiegte den Aserbaidschaner Ushangi Kokauri mit einer präzisen Fußtechnik und setzte damit einen kraftvollen Schlusspunkt unter das Turnier.
Polens Jakub Sordyl gewann Bronze, während Deutschlands Erik Abramov und Losseni Kone unter den besten Sieben landeten.
Am Ende des dritten Tages hatte Europa weit mehr getan, als nur Medaillen zu sammeln. Von Rutovics Durchbruch über Oleks stetigen Aufstieg bis zu Tasoevs anhaltender Kontrolle im Schwergewicht gaben die Athletinnen und Athleten des Kontinents in der Abschlusssession von Astana den Takt vor.
Der Schlusstag in Astana gehörte größtenteils Europas Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinnern.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union