From Albania to Montenegro, One Judoka’s Road Trip Hits a Powerful Milestone - Image: IJF / International Judo Federation

Von Albanien bis Montenegro: Der Roadtrip eines Judoka erreicht einen wichtigen Meilenstein

Seit mehr als vier Jahren baut Julien an einer ungewöhnlichen Art von Weltreise – angetrieben nicht vom Sightseeing, sondern vom Judo. Seine Mission ist einfach, aber ehrgeizig: von Land zu Land reisen, lokale Dojos besuchen, mit Athletinnen und Athleten aller Leistungsstufen trainieren und zeigen, wie tief Judo Menschen über Grenzen hinweg verbindet.

Seine jüngste Etappe führte ihn nach einem kurzen Abstecher nach Kroatien zurück auf den Balkan. Da Montenegro und Albanien als Nächstes auf seiner Route lagen, reiste er weiter nach Süden und ließ diesmal auch etwas Persönliches zu. Nach Jahren ständiger Bewegung lud er seine Mutter ein, ihn in Bari zu treffen, bevor sie gemeinsam mit der Fähre nach Albanien übersetzten.

Die Reise verlief nicht reibungslos. Ausgefallene Boote, neue Tickets und eine Nacht schlafend auf Stühlen machten die Überfahrt zu dem, was Julien als eine echte nomadische Erfahrung beschrieb. Trotzdem kamen sie an und verbrachten Zeit damit, Albaniens Landschaften und Geschichte zu entdecken – ein familiäres Kapitel in einer Reise, die sonst meist von engen Zeitplänen und langen Straßen geprägt ist.

In Shkoder besuchte Julien den ersten Judo-Club, der jemals in Albanien gegründet wurde. Judo befindet sich dort noch in einer Entwicklungsphase, mit weniger als zehn Clubs im Land, und dies war der einzige Club, der ihn kontaktiert hatte.

Was dann folgte, wurde zu einem der emotionalsten Momente seiner Reise. Der Gründer des Clubs, Anton, entdeckte Judo erstmals, nachdem er Albanien in den schwierigsten Jahren des Kommunismus verlassen hatte und in Italien, Griechenland und Montenegro Arbeit fand. Als das Regime endete, kehrte er als Polizist in seine Heimat zurück, und die Menschen begannen, ihn zu bitten, diesen unbekannten Sport zu unterrichten. So begann Judo in Albanien.

Antons Geschichte endete nicht dort. Im Jahr 2000 verlor er bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele bei einem Unfall die Nutzung seiner Beine. Die Ärzte gaben ihm nur noch Monate zu leben. Fast 30 Jahre später ist er noch immer aktiv und inspirierend, während seine Söhne inzwischen den Club leiten.

Manche Reisen werden in Medaillen gemessen, andere an den Menschen, die sich weigern aufzugeben.

Anschließend reiste Julien weiter nach Montenegro, wo er mit der Nationalmannschaft und mehreren Clubs in Podgorica arbeitete. Das System dort ist weiter entwickelt als in Albanien, doch die Gemeinschaft ist weiterhin klein. Er hob die Arbeit von Trainern wie Ilija hervor, der sich um alles kümmert – vom „Baby-Judo“ über Hobbygruppen bis hin zu Elite-Senioren – und damit Verantwortung trägt, die in größeren westeuropäischen Strukturen oft auf mehrere Personen verteilt ist.

Ein weiterer denkwürdiger Halt war Kotor, wo der örtliche Trainer Dejan Popovic Julien schon lange zu einem Besuch ermutigt hatte. Sein Dojo, das sich in einem kleinen Schulamphitheater befindet, mag bescheiden in der Größe sein, doch Julien erlebte dort eine starke Atmosphäre. Die Schülerinnen und Schüler waren diszipliniert, motiviert und lernbereit.

Der Besuch entwickelte sich schnell über eine einzelne Club-Einheit hinaus. Dejan nahm Kontakt zu Teams aus der Umgebung auf, was zu einem gemeinsamen Training mit dem Club aus Tivat und zu einem offenen Seminar führte, das rund 50 Judoka zusammenbrachte.

In kleinen Dojos kann sich die Energie gewaltig anfühlen.

Montenegro wurde das 60. Land auf Juliens Judo-Reise, ein Meilenstein, der viel über das Ausmaß dessen sagt, was er aufgebaut hat. Kurz darauf kehrte er für seinen Geburtstag nach Frankreich zurück und um die dritte Folge seiner Serie über das französische Leistungssystem zu drehen – ein scharfer Kontrast nach dem Training in den deutlich kleineren Räumen auf dem Balkan.

Nun bereitet er sich auf Spanien und Portugal vor. Da er in diesem Jahr keinen Hauptsponsor hat, sagt er, dass jeder Schritt mehr Planung erfordert als zuvor. Dennoch hat sich die Grundidee nicht verändert: in Bewegung bleiben, sich weiter anpassen und die Welt durch Judo weiter entdecken.

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

Zurück zum Blog