Vsevolods Zelonijs: Vom Kämpfer zur Leitfigur des lettischen Judos

Vsevolods Zelonijs ist einer der Namen, die man in Lettland sofort mit Judo verbindet. Der Bronzegewinner der Olympischen Spiele von Sydney 2000 hat seine gesamte Laufbahn auf der Tatami verbracht – erst als Athlet, später als Macher im Hintergrund. Jetzt, mit 53 Jahren, ist sein Einfluss auf den Sport größer denn je.

In den frühen 1990er-Jahren, kurz nach der erneuten Unabhängigkeit Lettlands, tauchte Zelonijs in den leichten Gewichtsklassen als verlässlicher Punktesammler auf. Während das Land sich international neu aufstellte, kämpfte er um Medaillen auf europäischer Bühne. Drei EM-Silbermedaillen in den Jahren 1992, 1993 und 1995 zeigten, wie konstant er auf höchstem Niveau agierte. Seine technisch saubere Art zu kämpfen und seine Geduld machten ihn zu einem unangenehmen Gegner für alle.

Sein weltweiter Durchbruch folgte 1997 bei den Weltmeisterschaften in Paris, als er sich Bronze sicherte. In einer Gewichtsklasse voller Topstars bewies diese Medaille, dass er zur absoluten Elite gehörte. Die Ära war geprägt von starken Kämpfern wie Elnur Mammadli, Wang Ki-Chun, Lee Won-Hee, Vitaly Makarov, Jimmy Pedro und Tiago Camilo. Innerhalb Europas traf er immer wieder auf Rivalen wie Ákos Braun und Anatoly Laryukov, die seinen Weg regelmäßig kreuzten.

Seine Duelle mit europäischen Rivalen schoben Lettland ins Rampenlicht.

Gerade diese europäischen Duelle prägten seine Karriere. Gegen Anatoly Laryukov stand am Ende eine ausgeglichene 3:3-Bilanz, ebenso gegen den Ungarn Ákos Braun. Mit den Niederländern Koen van Nol und Dennis Meijer lieferte er sich mehrere knappe Begegnungen, oft bei World Cups quer durch Europa. Zusätzlich feierte er Erfolge mit dem deutschen Team von TSV Abensberg, das damals voll von Judo-Stars war.

Der größte Moment kam bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Zelonijs kämpfte sich durch ein hartes Feld und holte Bronze – ein historischer Erfolg für ein kleines Judo-Land wie Lettland. Dieser Podestplatz machte ihn zu einer Ikone des lettischen Sports. Auch in den Jahren danach blieb er bei internationalen Turnieren präsent, gewann World Cups und zeigte, dass er mental und technisch zu den stabilsten Judoka seiner Zeit gehörte.

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere blieb er dem Judo treu und wechselte in die Funktionärsebene. Als Generalsekretär und später Präsident des Lettischen Judoverbands trug er dazu bei, Strukturen aufzubauen und den Sport im Land zu verbreiten. Ein starkes Signal setzte Lettland 2021 mit der Ausrichtung der U18-Europameisterschaften in Riga – ein Meilenstein, der die Entwicklung seit Zelonijs’ eigenen Anfangsjahren eindrucksvoll widerspiegelt.

Heute verbinden ältere Fans seinen Namen mit dem olympischen Podium von Sydney, während die junge Generation ihn als einen der Architekten ihrer Chancen kennt. Seine Laufbahn zeigt, wie eine Person Judo sowohl auf der Matte als auch in der Organisation langfristig prägen kann.

Quelle: JudoInside

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