Sordyl dreht das Finale in Duschanbe – Polens langer Grand-Slam-Weg endet in Gold

Im Schwergewicht der Männer beim Grand Slam 2026 in Duschanbe passierte etwas, das man so nicht auf dem Zettel hatte: Keiner der vier Topgesetzten schaffte es ins Finale. Genau dadurch öffnete sich die Tür für eine Überraschung – und Jakub Sordyl (POL) ging mit voller Entschlossenheit hindurch.

Schon im Halbfinale musste der Pole richtig leiden. Gegen Topgesetzten Ushangi Kokauri (AZE) lag Sordyl mit Waza-ari zurück, blieb aber dran, erhöhte den Druck und drehte den Kampf schließlich über Yuko und drei Strafen. Kokauri konnte seine Führung nicht ins Ziel bringen und rutschte in den Kampf um Bronze.

Ein Rückstand stoppte Sordyl nicht – er nutzte jede Minute, um den Kampf zu drehen.

Im Finale wartete mit Bislan Katamardov (RUS), Juniorenweltmeister 2025 und ebenfalls neu im Senioren-Zirkus, der nächste Prüfstein. Katamardov erzielte zuerst Yuko mit Kata-guruma. Als er später erneut ansetzte, reagierte Sordyl wach, verhinderte den nächsten Treffer und schaltete sofort in den Übergang um. Der Referee gab „osaekomi“, und Sordyl hielt die vollen 20 Sekunden – Ippon, Gold und ein unübersehbares Lächeln.

Vor der Siegerehrung beschrieb Sordyl, wie lange er brauchte, um das Halbfinale überhaupt zu verarbeiten, bevor er sich auf die Chance im Endkampf fokussieren konnte. Feiern will er später.

Auch aus europäischer Sicht gab es in Duschanbe eine Story, die nach Zukunft klingt: Der 20-jährige Darius Dobre (ROU) stand bei seinem ersten Start auf der World Judo Tour direkt im Finalblock. Nach einem verpassten EM-Bronzekampf in Tbilisi war er wieder mittendrin, doch gegen Dzhamal Gamzatkhanov (AZE) entschied Erfahrung – drei Strafen brachten dem Aserbaidschaner Bronze.

Im zweiten Bronzekampf warf Mansurov Mukhammadkodir (UZB) Kokauri zunächst für Waza-ari mit Sumi-gaeshi, verlor die Medaille dann aber durch zunehmende Passivität und die dritte Strafe kurz vor Schluss.

Quelle: JudoInside

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