Golden-Score-Moment: Ethan Nairnes O-soto-gari krönt den Durchbruch in Oberösterreich
Share
Ethan Nairne hat sich in der -73-kg-Klasse beim 2026 Upper Austria Grand Prix einen Sieg erkämpft, der sich wie ein persönlicher Befreiungsschlag anfühlt. Der Brite aus Bristol ging in das Turnier mit einem einfachen Plan: weniger grübeln, mehr kämpfen. Ausgerechnet am „perfekten Tag“ schaute er nicht auf den Draw – und ließ sich von großen Namen gar nicht erst beeindrucken.
Der Weg ins Finale war alles andere als leicht. Nairne setzte sich unter anderem gegen Daniel Cargnin aus Brasilien, den Rio-2016-Olympiasieger Fabio Basile sowie Moldaus Adil Osmanov durch. Runde für Runde blieb er bei sich, statt sich von der Liste der Gegner mental auffressen zu lassen.
Nicht der Draw entschied, sondern die Ruhe im Kopf.
Im Finale gegen Bilal Ciloglu aus Türkiye ging es in den Golden Score. Zwei Minuten nach Beginn der Verlängerung traf Nairne mit einem sauber getimten O-soto-gari und erzielte Yuko – der entscheidende Moment zum Grand-Prix-Titel. Für den britischen Männer-Judo ist es der erste Grand-Prix-Sieg seit 2021 und erst der dritte überhaupt.
Später, beim Olympic Training Camp in Nymburk, beschrieb Nairne, dass der Erfolg erst langsam „ankommt“ – auch weil im Training nun jeder noch härter gegen ihn kämpft. Seine Zahlen zeigen den langen Weg: seit 2018 internationale Starts, 42 Events, sieben Podestplätze und zwei Goldmedaillen. Für ihn waren gerade die Rückschläge wichtig, um den mentalen Teil zu lernen.
Ein zentraler Punkt: nicht mehr ständig vergleichen. Nairne sagt, er habe früher die Erfolge anderer als Druck empfunden, heute versucht er, den Fokus bei sich zu halten. Als Nächstes will er beim Tbilisi Grand Slam (20.–22. März) nachlegen und anschließend bei den Europameisterschaften in Tbilisi (16.–19. April) seine erste EM-Medaille angreifen. Nebenbei startete er im März auch ein Online-Coaching-Projekt – passend zum Momentum nach dem Durchbruch.
Quelle: EJU_News