Győr’s judo weekend brings Europe’s young talent onto a bigger stage - Image: EJU / European Judo Union

Győrs Judo-Wochenende bringt Europas junge Talente auf eine größere Bühne

Győr wurde an diesem Wochenende zu einem wichtigen Treffpunkt des Judo, als das Judo Hopes Tournament der Europäischen Judo-Union Hunderte junge Athletinnen und Athleten nach Westungarn zog. Während ein großer Teil des Landes in Budapest Fußball verfolgte, füllte sich der Olympische Sportpark in Győr mit U14- und U16-Judoka, Trainerinnen und Trainern sowie Familien aus ganz Europa.

Das Ausmaß der Veranstaltung fiel schnell auf. Insgesamt 556 junge Athletinnen und Athleten aus 139 Vereinen und 23 europäischen Ländern gingen bei der ungarischen Station des Turniers an den Start, dazu reisten mehr als 100 Coaches an. Das Interesse war so groß, dass die eigens vorgesehene Judo-Halle der Anlage nicht ausreichte und das Geschehen in die größte Arena verlegt wurde, wo vier Wettkampf-Tatami aufgebaut wurden.

Diese Kulisse verstärkte den Eindruck, dass es um mehr als einen gewöhnlichen Nachwuchswettbewerb ging. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag begrüßte EJU-Präsident Dr. Tóth László die Teilnehmenden und hob den übergeordneten Zweck des Programms hervor: Entwicklung, Erfahrung und das Heranführen an höhere Standards dieses Sports.

Er machte zudem deutlich, dass das Programm weiter wachsen könnte: Die EJU will ihre Mitgliedsverbände fragen, ob bereits ab dem kommenden Jahr eine offizielle Europameisterschaft für die Altersklasse U16 eingeführt werden könnte. Für die Athletinnen und Athleten in Győr verlieh das dem Wochenende zusätzliches Gewicht.

Zwei große Namen brachten der Veranstaltung anschließend zusätzliche Energie. Die Japanerin Misato Nakamura, zweimalige Olympiamedaillengewinnerin und dreifache Weltmeisterin, war gemeinsam mit Portugals Telma Monteiro, Olympiamedaillengewinnerin und sechsfache Europameisterin, zur Eröffnung vor Ort. Statt langer Ansprachen gingen beide direkt auf die Tatami und leiteten vor dem Abendessen ein 90-minütiges Seminar.

Für die jungen Judoka war das einer der prägenden Momente des Wochenendes. Nakamura und Monteiro führten sie durch Techniken im Stand und im Bodenkampf und verwandelten die voll besetzte Arena in ein lebendiges Klassenzimmer. Die Atmosphäre wurde als elektrisierend beschrieben, während sich die Athletinnen und Athleten auf den Matten drängten und versuchten, jedes Detail aufzunehmen.

In Győr stand das Lernen ebenso im Mittelpunkt wie das Gewinnen.

Monteiros Anwesenheit verlieh der Veranstaltung zudem einen klaren europäischen Glanzpunkt. Als eine der erfolgreichsten Judoka des Kontinents half sie dabei, Erfahrung aus der Spitzenklasse mit der nachrückenden Generation zu verbinden. Gemeinsam mit Nakamura kehrte sie am Samstag zurück, um die technischen Einheiten für jene Athletinnen und Athleten fortzusetzen, die nicht im Wettkampf standen.

Der Wettkampf selbst begann am Samstag, dem 30. Mai, mit der Hälfte der U14-Gewichtsklassen in der Vormittagssession, gefolgt von der Hälfte der U16-Klassen am Nachmittag. Die Kämpfe wurden auf vier Tatami ausgetragen, was erneut unterstrich, wie groß diese Station des Judo Hopes Tournament geworden war.

Doch das stärkste Bild aus Győr ist vielleicht kein einzelnes Ergebnis. Es ist womöglich der Anblick von Athletinnen und Athleten aus 23 Nationen, die denselben Raum teilen, von Champions lernen und sich durch Judo begegnen. Unterschiedliche Sprachen und verschiedene Hintergründe waren in der Arena präsent, doch der gemeinsame Nenner war das ganze Wochenende über klar erkennbar.

Győr war nicht nur Gastgeber eines Turniers. Die Stadt war Gastgeber eines kompletten Judo-Wochenendes, bei dem Wettkampf, Ausbildung und internationale Begegnung zusammenkamen.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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