Birminghams Heimtatami, Randalls großer Durchbruch: 1999 schrieb Schottland Judo-Geschichte
Teilen
Als Graeme Randall 1999 bei den Weltmeisterschaften in Birmingham auf die Matte ging, lag Spannung in der Luft. Kaum jemand rechnete damit, dass ausgerechnet ein Schotte am Ende als erster britischer Weltmeister in der Klasse bis 81 kg gefeiert werden würde. Für Randall war es nicht nur ein perfekter Tag vor heimischem Publikum, sondern auch die Antwort auf Jahre harter Arbeit.
Zwei Jahre zuvor in Paris war er schon einmal ganz nah dran. Er setzte sich gegen Johan Laats, Soso Liparteliani, Aleksander Sorsak, Sergio Doménech und Flávio Canto durch, doch im Kampf um Bronze stoppte ihn Österreichs Patrick Reiter. Diese Niederlage tat weh, aber sie wurde zum Antrieb: zurückkommen, stärker werden, noch einmal angreifen.
In Birmingham begann Randall mit einem Sieg gegen Matti Lattu und nahm anschließend die Schweiz mit Sergei Aschwanden aus dem Turnier, einem Gegner, den er in seiner Karriere noch öfter sehen sollte. Dann kam der Moment der Revanche: Gegen Reiter drehte Randall das alte Ergebnis um. Nach Erfolgen über Ruslan Seilkhanov im Viertelfinale und Portugals Nuno Delgado im Halbfinale stand er im Finale.
Manchmal entscheidet ein einziges Turnier darüber, wie eine Karriere in Erinnerung bleibt.
Im Goldkampf wartete Farkhad Turaev aus Usbekistan. Randall blieb seinem Stil treu: aktiv, druckvoll, mit starkem Seoi-nage und der Kondition, die ihn über Jahre ausgezeichnet hatte. Der Sieg machte ihn zum Weltmeister und zu einer Schlüsselfigur des britischen Judo.
Auch danach blieb er auf Weltklasse-Niveau: 2001 in München wurde er Fünfter, nach Siegen unter anderem gegen Aschwanden und einer Niederlage im Halbfinale gegen In-Chul Cho. Dazu kamen europäische und nationale Erfolge, etwa EM-Bronze 1999, Siege beim British Open (1998, 2001) und Commonwealth-Gold 2002. Heute, mit 51, steht sein Birmingham-Titel weiter als Meilenstein für Judo in Europa.
Quelle: JudoInside