In-Chul Cho: Vom Matten-Star zum Welt-Schiedsrichter

In-Chul Cho gehört zu jener südkoreanischen Generation, die die Mittelgewichtsklassen im Judo Ende der 1990er und frühen 2000er Jahre entscheidend prägte. Zum 50. Geburtstag lohnt sich ein Blick zurück auf eine Laufbahn, die von Präzision, Willenskraft und beeindruckender Konstanz begleitet war. Der Weg nach oben begann auf der größten Bühne überhaupt.

Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta kämpfte sich Cho in der Kategorie bis 78kg auf das Podium und holte Bronze. Dieses Turnier machte ihn weltweit bekannt und war der Startschuss für seine Zeit an der Spitze der Weltrangliste. Nur ein Jahr später zeigte er, dass diese Medaille kein Zufall war.

1997 eroberte Cho bei den Weltmeisterschaften in Paris seinen ersten WM-Titel. Die französische Hauptstadt wurde schnell zu einem besonderen Ort in seiner Karriere. Auch beim renommierten Tournoi de Paris glänzte er, sammelte dort Medaillen in allen Farben und sicherte sich 1997 sogar Gold.

Später stieg Cho in die Klasse bis 81kg auf und blieb dort ein ernstzunehmender Titelkandidat. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erreichte er das Finale und traf im Kampf um Gold auf Makoto Takimoto aus Japan. Am Ende stand Silber, doch sein Status als einer der stärksten Judoka dieser Gewichtsklasse war endgültig bestätigt.

Paris und München wurden zu den Schlüsselpunkten von Chos Weltkarriere.

Seinen zweiten WM-Titel holte Cho 2001 bei den Weltmeisterschaften in München. Mit insgesamt drei WM-Medaillen in zwei Gewichtsklassen zementierte er seinen Platz unter den großen Namen des koreanischen Judo – auch in Europa blieb er mit Erfolgen in Paris und München unvergessen. Schon 1996 hatte er mit dem Titel bei den World University Championships in Jonquière angedeutet, wohin die Reise gehen würde.

In seiner aktiven Zeit traf er regelmäßig auf starke internationale Konkurrenten, darunter den Esten Alexei Budolin, gegen den er drei seiner vier Duelle gewann. Spannend waren auch seine Begegnungen mit Gabriel Arteaga, in denen er zwei von drei Kämpfen für sich entschied. Nach dem Ende der Wettkampfkarriere blieb er dem Sport treu und wechselte die Perspektive.

Heute steht Cho nicht mehr als Athlet, sondern als IJF-Referee auf der Matte und leitet Kämpfe bei großen Meisterschaften und Olympischen Spielen. Nur wenige schaffen es, sowohl als Judoka als auch als Offizieller auf diesem Niveau Spuren zu hinterlassen. Chos Reise von Olympia-Bronze in Atlanta über WM-Gold in Paris und München bis hin zur Pfeife als Welt-Schiedsrichter zeigt, welchen Einfluss koreanisches Judo weltweit gewonnen hat.

Quelle: JudoInside

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