Joshiro Maruyama’s Swiss Chapter Takes Judo Beyond Competition - Image: IJF / International Judo Federation

Joshiro Maruyamas Schweizer Kapitel führt Judo über den Wettkampf hinaus

Joshiro Maruyama bringt seine Erfahrung als einer der führenden Judoka Japans in ein neues Umfeld in der Schweiz ein. Der zweifache Weltmeister, der heute mit seiner Familie nahe dem Genfersee lebt, ist zu einer wichtigen Persönlichkeit an der Ecole Mont-Olivet und in deren Bildungsprojekt mit Schwerpunkt Judo geworden.

Maruyama, der auf der World Judo Tour für seine technische Präzision und sein herausragendes Uchi-mata bekannt ist, hat sich für einen Weg abseits der naheliegendsten Karrieren im Spitzentraining entschieden. Mit 33 Jahren hätte der zweifache Weltmeister im System der Tenri-Universität bleiben können, das ihn geprägt hat, oder dem Trainerstab der japanischen Nationalmannschaft beitreten können. Stattdessen arbeitet er nun in einem schulischen Umfeld, in dem Judo junge Menschen über das Tatami hinaus unterstützt.

Während des ersten Ecole Mont-Olivet Lausanne Grand Slam wurde diese Rolle im Schul-Dojo in Vich deutlich. Am Mittwoch, dem 26. August, leitete Maruyama während eines Besuchs des IJF-Präsidenten und des Präsidenten von Swiss Judo eine Masterclass für Schülerinnen und Schüler. Die Kinder trainierten mit einem Judoka, der vier WM-Medaillen, einen Titel beim World Judo Masters und zahlreiche Medaillen auf der World Judo Tour gewonnen hat.

Doch in dieser Einheit ging es nicht darum, Abstand zwischen Champion und Schülern zu schaffen. Maruyama demonstrierte Techniken, beobachtete aufmerksam, korrigierte und ermutigte die Schülerinnen und Schüler. Sein Ansatz spiegelte das Ziel der Schule wider, Judo neben dem schulischen Lernen zur Entwicklung von Selbstvertrauen, Respekt, Disziplin und Durchhaltevermögen zu nutzen.

Maruyamas neue Rolle stellt die Werte des Judo in den Mittelpunkt des täglichen Lernens.

Seine Entscheidung erinnert auch an eine weitere Persönlichkeit aus der Tenri-Tradition: Shinji Hosokawa. Der Olympiasieger von Los Angeles 1984 und Weltmeister von 1985 verbrachte 1989 ein Jahr in Frankreich, im Rahmen einer Mission, die vom japanischen Bildungsministerium und dem Japanischen Olympischen Komitee unterstützt wurde. Diese Zeit gab Hosokawa die Möglichkeit, außerhalb des vertrauten japanischen Hochleistungsumfelds zu unterrichten, zu beobachten und zu lernen.

Hosokawa kehrte später zurück und spielte eine wichtige Rolle im japanischen Judo, insbesondere an der Tenri-Universität, wo er Generationen von Athletinnen, Athleten und Trainern mitentwickelt hat. Er ist weiterhin sowohl im All Japan Judo Federation als auch im International Judo Federation aktiv und gehört zudem zu den Mentoren, die Maruyamas Weg begleitet haben.

Für Maruyama bedeutet Wissensvermittlung offenbar nicht, einfach nur zu wiederholen, was er bereits weiß. In der Schweiz lernt auch er weiter und entwickelt zunehmend Französischkenntnisse, um direkter mit seinen Schülerinnen und Schülern kommunizieren zu können. Diese Offenheit zeigte sich auch bei der Eröffnungsfeier des Ecole Mont-Olivet Lausanne Grand Slam.

Dort nahm Maruyama gemeinsam mit Kroatiens Petra Orešković an einer inklusiven Kata-Demonstration in der Vaudoise Arena teil. Orešković, die erste Athletin mit Zerebralparese, die nicht gehen kann und einen schwarzen Gürtel erlangte, teilte das Tatami mit dem japanischen Champion in einer Darbietung, die auf Rhythmus, Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung beruhte.

Ihre Demonstration spiegelte die Botschaft der Veranstaltung wider, als Eliteathletinnen und -athleten, Judoka im adaptierten Judo und gehörlose Judoka in derselben Arena zusammenkamen. Maruyamas Karriereerfolge bleiben bemerkenswert, doch seine Arbeit in der Schweiz zeigt eine weitere Seite des Judo: einen Champion, der weiterhin lernt, lehrt und dazu beiträgt, den Sport zu einem Ort für alle zu machen.

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

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