Judo Nomad erreicht Portugal, während Julien Brulard Dojos in Familie verwandelt
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Julien Brulards Reise mit Judo Nomad hat ihn inzwischen durch mehr als 60 Länder geführt, und sein jüngstes Kapitel in Portugal zeigte genau, warum dieses Projekt in der Judo-Welt weiter so viel Anklang findet. Nach der COVID-Zeit aufgebaut, um über die Tatami wieder Verbindung zu schaffen, ist aus der Idee eine langfristige Mission mit Besuchen, gemeinsamen Einheiten und echten menschlichen Bindungen über Grenzen hinweg geworden.
Portugal war für Brulard Land Nummer 62. Die Reise begann in Braga bei Focus Santa Tecla, wo er für einen weiteren Austausch auf die Matte zurückkehrte, geprägt von Training und Gemeinschaft.
Von dort ging es weiter nach Aveiro zum 4 Judo Project. Dieser Halt hatte eine persönliche Bedeutung, denn Luis hatte das Projekt jahrelang auf Patreon unterstützt, bevor sich die beiden endlich persönlich trafen. Nach Nachrichten aus der Ferne, getragen von ihrer gemeinsamen Liebe zum Judo, standen sie nun endlich zusammen auf derselben Tatami, und der Besuch reichte über das Training hinaus bis zu gemeinsamer Zeit mit Luis und seiner Familie in der Stadt.
Auch nach mehr als 60 Ländern fühlt sich das Projekt noch immer zutiefst persönlich an.
Lissabon wurde zum emotionalen Zentrum des Portugal-Abschnitts. Mariana Esteves, dreifache Afrikameisterin und Olympiateilnehmerin von Paris 2024, veranstaltete ein zweitägiges Seminar mit Sport Algés e Dafundo Judo und den Salesianos de Lisboa. Für Brulard brachte die Arbeit an der Seite von Athletinnen und Athleten auf internationalem Niveau eine andere Intensität in die Einheiten.
Abseits des Dojos fügte auch die Stadt selbst der Erfahrung eine weitere Ebene hinzu. Lissabon befand sich mitten in den Feierlichkeiten zum Fest des heiligen Antonius, mit Straßen voller Lichter, Musik und Feststimmung. Brulard fand sich außerdem in einer riesigen Menschenmenge wieder, die Portugal gegen Nigeria verfolgte, einer jener unerwarteten Momente, die Reisenden noch lange nach dem Ende einer Reise im Gedächtnis bleiben können.
Er beschrieb den Besuch auch in persönlicheren Worten, von Zeit am Strand mit Mariana und ihren Freunden bis zum Entdecken von Belém und einigen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Lissabons. Am meisten fiel jedoch auf, wie Judo Begegnungen immer wieder in etwas Näheres verwandelte. Aus seiner Sicht geht es nicht einfach darum, auf der ganzen Welt Kontakte zu sammeln, sondern durch den Sport einen vertrauensvollen Kreis aufzubauen.
Der Judo-Teil des Portugal-Kapitels endete in Albufeira an der Algarve. Dinis und sein Verein begrüßten Brulard für zwei Tage, zunächst zu einer Trainingseinheit und danach zu einem regionalen Trainingslager, organisiert von der Associação Distrital de Judo do Algarve. Mit voller Tatami, dem Atlantik in der Nähe und großer lokaler Gastfreundschaft hinterließ dieser Abschnitt einen bleibenden Eindruck.
Diese Verbindung wurde auch zu praktischer Unterstützung, denn der Verein schloss sich dem Projekt offiziell als Förderer an. Porto bot dann den letzten Abschied von Portugal und beendete den Aufenthalt mit einem letzten Blick auf ein Land, das sichtlich Spuren hinterlassen hatte.
In Portugal wurde aus gemeinsamem Training schnell gegenseitiges Vertrauen.
Danach gab es noch einen weiteren wichtigen Halt. Brulard kehrte kurz nach Slowenien zurück, nicht als neues Land in der Zählung, sondern für ein Camp an der Vito Dragič Academy. Auf Einladung des früheren internationalen Athleten Vito Dragič trainierte er dort als Coach an der Seite von Frankreichs Europameister Alpha Djalo und Japans Olympiasieger Mashu Baker.
Das Camp brachte Teilnehmende aus ganz Europa und sogar aus den Vereinigten Staaten zusammen, von 12-Jährigen bis zu erfahrenen Athletinnen und Athleten. Für Brulard war es ein weiteres Zeichen dafür, dass sich das Projekt weiterentwickelt und große Camps sowie Masterclasses auf dem weiteren Weg eine immer größere Rolle spielen.
Als Nächstes stehen Rumänien, möglicherweise Moldau, die Commonwealth Games und ein letztes Trainingslager in Frankreich vor dem Aufbruch nach Nordamerika auf dem Plan. Da mit den Vereinigten Staaten und Kanada eine der bislang größten Herausforderungen bevorsteht, wird die nächste Phase von Judo Nomad stark von Vorbereitung und Finanzierung abhängen. Doch wenn Portugal etwas gezeigt hat, dann dies: Diese Reise wird noch immer von etwas Stärkerem als Kilometern getragen, von der Bindung, die durch Judo entsteht.
Quelle: Fighting Lifestyle
Bildquelle: IJF / International Judo Federation