Laura’s quiet courage: finding confidence on the tatami

Lauras Weg zurück auf die Matte: Mut mit nur einer Körperseite

Laura ist 24, wirkt leise und zurückhaltend – und doch erzählt ihr Leben eine Geschichte, die auf der Tatami laut wird. Sie lebt mit einer Hemiplegie und sagt es ganz nüchtern: Sie macht alles mit einem Arm und einem Bein. Genau so kämpft sie auch im Judo, selbst wenn ihr Gegnerinnen körperlich deutlich mehr Möglichkeiten haben.

Auf die Matte zu gehen ist für sie jedes Mal ein Stück Freiheit.

Als Laura acht Jahre alt war, kam die Wende ohne Vorwarnung. Aus Epilepsie wurde eine schwere medizinische Krise, die sich über 18 Monate hinzog. In der Universitätsklinik Leuven wurden alle Optionen geprüft, mehrere Operationen folgten – ohne den erhofften Erfolg. Am Ende stand eine Entscheidung, die kaum vorstellbar ist: eine Hemispherektomie, bei der eine Gehirnhälfte abgetrennt wird, um ihr Leben zu retten.

Ihre Mutter Katja erinnert sich an diese Zeit als Ausnahmezustand, in dem sie sogar auf das Schlimmste vorbereitet wurde. Laura überlebte – aber sie musste alles neu lernen: Bewegung, Gleichgewicht, Koordination. Nach zwei Jahren intensiver Rehabilitation blieb Therapie Teil ihres Alltags, bis heute. Selbst Routinen und Schlaf verlangten Anpassung.

Judo kam nicht als großer Plan, sondern eher zufällig. Laura sah ihren Brüdern beim Training zu und wollte es selbst versuchen. Aus Neugier wurde Schritt für Schritt etwas, das mehr bedeutete als Sport: neue Bewegungen lernen, Techniken üben, sich verteidigen können. Und vor allem: Selbstvertrauen.

Katja, die ihren Beruf als Lehrerin hinter sich ließ, wurde zur Pflegeperson, Organisatorin und ständigen Begleitung. Sie sagt, es sei hart gewesen – und es sei es immer noch. Doch in der Judo-Community werden Hürden kleiner. Laura trainiert, sie tritt bei Wettkämpfen an, und sie nimmt auch Niederlagen an, ohne daran zu zerbrechen.

Ihr Satz bleibt hängen: Nie aufgeben – und verlieren darf auch sein.

Heute arbeitet Laura weiter an ihrer Selbstständigkeit, unterstützt und gleichzeitig entschlossen. Und am Ende macht sie klar, woher ihre Kraft kommt: Ihre Mutter war ihre Inspiration zu kämpfen.

Quelle: EJU_News

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