Eine Tatami, eine größere Judo-Familie in Lausanne
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János Tardos stellte inklusives Judo beim ersten Ecole Mont-Olivet Lausanne Grand Slam in den Mittelpunkt. Dort teilten sich Elitewettkämpfe, adaptives Judo und die Deaf Judo Masters eine Arena. In der Vaudoise Arena erhielten die drei Bereiche des Sports dieselbe Tatami und dieselbe öffentliche Aufmerksamkeit – in einem wegweisenden Rahmen.
Nach Jahren enger Zusammenarbeit mit dem paralympischen Judo leitet Tardos heute die Inklusionskommission der International Judo Federation. Die Kommission wurde auf Einladung von IJF-Präsident Marius Vizer geschaffen und konzentriert sich darauf, Judo zugänglicher zu machen und zugleich alle Disziplinen mit der umfassenderen IJF-Struktur verbunden zu halten.
Für Tardos beruhte die Botschaft von Lausanne auf der Idee, dass Judo eine Familie ist. Er verwies auf die Botschaft von Yasuhiro Yamashita bei der Eröffnungszeremonie und auf die Prinzipien von Jigoro Kano: Die Techniken und die Tatami bleiben gleich, während begrenzte Regelanpassungen die Sicherheit aller gewährleisten.
Das bedeutet nicht, lediglich getrennte Veranstaltungen im selben Gebäude auszurichten. Tardos versteht echte Inklusion als Sichtbarkeit, Respekt und Verständnis für jeden Judoka. Unterschiedliche Bedürfnisse und Wege sollten Athletinnen und Athleten nicht aus der gemeinsamen Gemeinschaft des Sports ausschließen.
Lausanne zeigte, wie adaptives Judo und Gehörlosen-Judo neben Elitewettkämpfen bestehen können.
Tardos betonte zudem zwei gleichermaßen wichtige Ausrichtungen für den Sport: Teilhabe und Wettkampf. Auf den höchsten Ebenen des adaptiven Judo geht es um sportliche Spitzenleistung und darum, die besten Wettkämpferinnen und Wettkämpfer zu ermitteln – wie bei jeder Eliteveranstaltung. Er hofft, dass die ersten beiden Ebenen des adaptiven Judo ihre Position innerhalb der paralympischen Bewegung weiter stärken können.
Über Medaillen und Ranglisten hinaus kann Judo jedoch eine andere Art von Fortschritt ermöglichen. Freizeit- und therapeutische Praxis kann Teilnehmenden helfen, Bewegung, mentale Stärke und Selbstvertrauen zu entwickeln. Tardos beschrieb Erfolg auf diesen Ebenen als persönliche Entwicklung und nicht als absoluten Vergleich mit anderen.
Der Wert des Judo reicht in dieser Sichtweise auch über Leistung hinaus. Die strukturierte Herausforderung des Trainings kann Menschen helfen, Beziehungen aufzubauen, Selbstvertrauen zu gewinnen und Erfolg zu erleben. Es ist eine körperliche und geistige Aktivität, die sowohl Glück als auch Respekt fördern kann.
Die neue IJF-Inklusionskommission hat begonnen, die unterschiedlichen Gegebenheiten zu analysieren, die unter adaptivem Judo zusammengefasst werden. Sie wurde im November 2025 geschaffen; die Arbeit begann im Januar. Nun arbeitet sie mit der IJF Academy und der IJF-Schiedsrichterkommission an Bildungsstrukturen für die weltweite Entwicklung.
Die Vorbereitungsphase soll innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, bevor die Umsetzung beginnt. Die Ausbildung von Kampfrichterinnen und Kampfrichtern wird ein zentraler Teil dieser Arbeit sein und ihnen helfen, die Besonderheiten verschiedener Kategorien innerhalb eines kohärenten internationalen Rahmens zu verstehen.
Lausanne bot ein praktisches Bild dieses Anspruchs: nicht für alle identische Erfahrungen, sondern ein Sport mit Raum dafür, dass mehr Menschen dazugehören.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation