Sara Alvarez on shaping cadet judo before Gran Canaria 2026 - Image: EJU / European Judo Union

Sara Alvarez über die Prägung des Kadetten-Judo vor Gran Canaria 2026

Sara Alvarez übernimmt erneut eine bedeutende Rolle im europäischen Judo, diesmal für die Kadetten-Europameisterschaften 2026 auf Gran Canaria. Die spanische Funktionärin, die im Spitzensport, im Coaching und im Sportmanagement gearbeitet hat, hilft als Sportdirektorin des spanischen Judo-Verbands dabei, die Veranstaltung vom 29. Juni bis 2. Juli zu steuern.

Alvarez hat Judo aus fast jeder Perspektive erlebt. Sie war Olympiateilnehmerin, Trainerin im Kadetten- und Seniorenbereich, Mitglied der EJU Coaching Commission und übernahm zudem Aufgaben als Sportdirektorin in Spanien und im IBSA Judo. Nun liegt ihr Fokus darauf, eine Meisterschaft an einem Inselstandort zu realisieren, der eigene Herausforderungen und eine besondere Energie mit sich bringt.

Zu ihren Aufgaben gehört die praktische Seite, die viele Fans nie zu sehen bekommen. Dazu zählen Logistik, Veranstaltungsabläufe, der Transport von Ausrüstung nach Gran Canaria und die Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen zur Vorbereitung von Freiwilligen und Offiziellen. Alvarez beschrieb die Halle als riesig, modern und sehr gut ausgestattet, mit großen Bildschirmen und zwei großen Aufwärmbereichen.

Auch Gran Canaria selbst spielt eine wichtige Rolle. Alvarez hob die besondere Atmosphäre der Insel und die Verbindung afrikanischer und europäischer Einflüsse hervor und verwies zugleich auf ihre starke Judo-Tradition. Ihrer Ansicht nach stammen viele hochklassige Wettkämpfer von der Insel, was der Austragung einer Kadetten-Europameisterschaft dort zusätzliche Bedeutung verleiht.

Gran Canaria 2026 nimmt hinter den Kulissen bereits Gestalt an.

Einer der aufschlussreichsten Teile von Alvarez’ Interview drehte sich jedoch nicht um Transport oder Hallenpläne. Es ging um das Kadetten-Judo und darum, warum ihr diese Altersklasse so sehr am Herzen geblieben ist.

Nach dem Ende ihrer Karriere im Spitzensport begann Alvarez sofort, Spaniens weibliche Kadetten zu trainieren. Sie bezeichnete diese Phase als diejenige, die sie am meisten geliebt habe. Für sie sind Kadetten offen fürs Lernen, bereit, Ideen aufzunehmen, und befinden sich in einer Phase, in der sie technisch bereits stark sein können, aber erst anfangen zu verstehen, wie man kämpft.

Genau diese Mischung macht die Entwicklung im Kadettenbereich so wichtig. Alvarez ist überzeugt, dass Trainer junge Athletinnen und Athleten dafür respektieren müssen, wer sie bereits sind, anstatt sie vollständig umformen zu wollen. Ihrer Ansicht nach besteht die Aufgabe nicht darin, sie zu verändern, sondern sie zu verbessern.

Sie äußerte sich auch klar zum Judo-Stil, den junge Athletinnen und Athleten bewahren sollten. Am meisten liebe sie, sagte sie, den Geist von Kadetten, die sich nicht zufriedengeben. Selbst wenn sie mit Waza-ari führen, jagen sie weiter dem Ippon nach. Dieser Ehrgeiz ist in ihren Augen etwas, das Trainer schützen und nicht begrenzen sollten.

Alvarez will, dass Kadetten ihren Hunger auf Ippon bewahren.

Alvarez deutete zudem an, dass sich in den Kadettenjahren künftiges Potenzial für die Weltklasse zeigen kann. Sie beschrieb diese Kategorie als einen starken Filter und erinnerte sich daran, diese Mentalität früh bei Athletinnen und Athleten wie Anna Pérez Box, Francisco Garrigós, Laura Martínez und Nikoloz Sherazadishvili gesehen zu haben.

Da Spanien die Meisterschaft im eigenen Land ausrichtet, wird Druck natürlich Teil des Gesamtbildes sein. Doch Alvarez’ Botschaft an die spanischen Kadetten ist einfach und ruhig: Sie haben ihre Qualität bereits gezeigt. Sie haben hart trainiert, Resultate erzielt und müssen niemandem mehr etwas beweisen.

Vielleicht ist das die stärkste Lehre ihres Ansatzes. Die Veranstaltung gut aufbauen, den Athleten respektieren und jungen Judoka das Feuer lassen, das sie von Anfang an besonders gemacht hat.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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