Vom London-Gold zur Trainerbank: Sarah Menezes’ neues Kapitel im brasilianischen Judo
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Sarah Menezes bleibt eine der prägenden Figuren des brasilianischen Judo. Als sie 2012 in London in der Klasse -48 kg Olympiasiegerin wurde, schrieb sie Geschichte: Sie holte als erste brasilianische Judoka überhaupt ein olympisches Gold und setzte damit ein Signal, das weit über ihren eigenen Erfolg hinausging.
Schon früh war klar, dass aus Piauí ein Ausnahmetalent kommt. 2008 wurde Menezes Junioren-Weltmeisterin in Bangkok, 2009 verteidigte sie den Titel in Paris. Diese Doppelkrönung im Nachwuchs machte sie zu einer der spannendsten Athletinnen ihrer Generation, und sie bestätigte das später auch bei den Erwachsenen.
Bei den Weltmeisterschaften stand sie gleich mehrfach auf dem Podest: Bronze 2010, 2011 und 2013. Dazu kam eine lange Serie starker Resultate auf der IJF World Tour, inklusive dreier Grand-Slam-Siege in Russland sowie dem Grand-Prix-Triumph in Havanna 2016. Insgesamt sammelte sie rund 30 Medaillen bei World Cups und World Tour-Turnieren – ein Zeichen für Konstanz, nicht nur für einzelne Highlights.
Ihr London 2012 bleibt ein Moment, der das Selbstverständnis des brasilianischen Frauen-Judo verändert hat.
Im Laufe ihrer Karriere entwickelte sie auch Rivalitäten, in denen sie sich oft behaupten konnte, etwa gegen Dayaris Mestre Alvarez, Paula Pareto, Alina Dumitru und Charline Van Snick. Besonders anspruchsvoll waren ihre Duelle mit Japans Haruna Asami.
Menezes trat bei drei Olympischen Spielen an: 2008 in Beijing, 2012 in London und 2016 in Rio. Nach über 15 Jahren im Nationalteam beendete sie 2020 ihre aktive Laufbahn, nachdem sie ihre Schwangerschaft bekannt gegeben hatte. Ihre Tochter Nina wurde im Mai 2021 geboren.
Seit 2022 ist Menezes zurück im Nationalprogramm – diesmal als Trainerin des brasilianischen Frauen-Teams. Gemeinsam mit Technik-Koordinator Andrea Berti arbeitet sie im Umfeld des Paris-2024-Zyklus daran, die nächste Generation aufzubauen. Auch privat bleibt der Bezug nach Europa präsent: Ihr Partner ist der französische Weltmeister Loïc Pietri.
Aus der Pionierin ist eine Gestalterin geworden.
Quelle: JudoInside