How Judo Shaped Four Inclusive Days at the Special Olympics in Zug - Image: IJF / International Judo Federation

Wie Judo vier inklusive Tage bei den Special Olympics in Zug prägte

Zug in der Schweiz wurde vom 28. bis 31. Mai bei den Nationalen Sommerspielen der Special Olympics zu einem Treffpunkt für inklusives Judo. Innerhalb einer Multisportveranstaltung mit rund 2.000 Athletinnen und Athleten hob sich Judo dadurch hervor, dass es Wettkampf mit Selbstvertrauen, Respekt und persönlicher Entwicklung verband.

Unter den sechzehn Sportarten im Programm zeigte Judo erneut, warum es innerhalb der Special-Olympics-Bewegung einen besonderen Platz einnimmt. In Zug lag der Fokus nicht nur auf Ergebnissen. Die Veranstaltung spiegelte eine breitere Idee wider, die im Zentrum des adaptierten Judo steht: dass die Tatami allen offenstehen sollte.

Diese Botschaft knüpfte auch an die jüngste Arbeit der International Judo Federation in diesem Bereich an. Die 2025 gegründete IJF Inclusion Commission koordiniert und unterstützt inzwischen verschiedene Formen des adaptierten Judo, darunter Programme für Athletinnen und Athleten mit geistigen Beeinträchtigungen, Sehbeeinträchtigungen und Hörbeeinträchtigungen. Ihre Mission ist einfach und kraftvoll: Judo gehört allen.

Bei den Spielen in Zug kamen 50 Judoka aus drei Ländern zusammen, unterstützt von 13 International Technical Officials sowie Organisatoren, Kampfrichterinnen und Kampfrichtern und Freiwilligen. Über vier Tage umfasste das Programm Teamwettbewerbe, Shiai sowie Kata-Demonstrationen und bot den Athletinnen und Athleten damit mehrere Wege, teilzunehmen und ihr Judo auszudrücken.

Am Eröffnungstag stand das Mixed-Team-Turnier im Mittelpunkt, eines der markantesten Formate im Judo der Special Olympics. Anstatt sich nur an traditionellen Kategorien zu orientieren, wurden die Teams von technischen Expertinnen und Experten anhand von Faktoren wie Leistungsniveau, Erfahrung, Alter, Gewicht, Geschlecht und Gürtelgrad zusammengestellt. Ziel war von Beginn an eine ausgewogene Teilnahme und sinnvolle Inklusion.

In Zug war Inklusion in jedes Format auf der Tatami eingebaut.

Der zweite Tag drehte sich um das Divisioning, einen zentralen Bestandteil des Wettkampfs bei den Special Olympics. Durch Übungen, Spiele und Judo-Aktivitäten bewerteten die Offiziellen Bewegung, Reaktion und technisches Verständnis und bildeten anschließend Gruppen mit ähnlichem Leistungsniveau. Dieser Prozess half dabei, fairere und passendere Wettkämpfe für die Athletinnen und Athleten zu schaffen.

Am dritten Tag nahm die Intensität mit dem Shiai zu. Es wurden vierzehn Divisionen gebildet, und in einem Jeder-gegen-jeden-System fanden 72 Kämpfe statt, sodass jede Athletin und jeder Athlet mehrere Chancen erhielt, zu kämpfen, zu lernen und den Moment zu genießen. Diese Struktur war nicht nur darauf ausgelegt, Siegerinnen und Sieger zu ermitteln, sondern jedem Judoka eine echte Erfahrung von Leistung unter Druck zu geben.

Am letzten Tag stand Kata im Mittelpunkt, bei der 14 Athletinnen und Athleten Standtechniken vorführten, die an ihr jeweiliges Leistungsniveau angepasst waren. Präzision, Selbstvertrauen und technisches Verständnis waren deutlich zu sehen, getragen von vielen Stunden der Vorbereitung. Es war eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass Fortschritt im Judo an mehr gemessen werden kann als an Medaillen.

Hinter dem Wettkampf stand der tiefere Geist der Special-Olympics-Bewegung, die 1968 von Eunice Kennedy Shriver gegründet wurde. Ihre Überzeugung, dass Menschen mit geistiger Behinderung Zugang zum Sport und zu seinen Möglichkeiten für Freundschaft, Entwicklung und Selbstvertrauen haben sollten, wirkt heute in fast 200 Ländern nach.

Jede Athletin und jeder Athlet erhielt wiederholt die Chance, zu lernen, zu kämpfen und gesehen zu werden.

In Zug war vielleicht der größte Erfolg die Atmosphäre, die über die vier Tage hinweg entstand. Die Athletinnen und Athleten trainierten und kämpften zweimal täglich, und jede Judoka und jeder Judoka hatte Gelegenheiten, teilzunehmen, sich zu verbessern und erfolgreich zu sein. Jeder Schritt auf die Tatami trug dieselbe Botschaft: Einsatz, Mut und Entschlossenheit zählen.

Judo in Zug wurde nicht auf einen Medaillenspiegel reduziert. Es wurde als Instrument für Würde, Inklusion und Entwicklung präsentiert, ganz im Einklang mit den Werten, die von Jigoro Kano Shihan weitergegeben wurden. Jede Verbeugung, jeder Wurf und jedes Lächeln verliehen dieser Idee zusätzliches Gewicht.

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

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