Tanioka kämpft sich in Qingdao zurück: -63-kg-Finale geht ins Golden Score
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Narumi Tanioka stand in Qingdao im Mittelpunkt einer der dramatischsten Geschichten der Klasse bis 63 kg und gewann nach einem nervenaufreibenden Finale gegen Jisu Kim ihr erstes Gold auf der World Judo Tour. In einer Gewichtsklasse voller früher Überraschungen und wechselnder Dynamik blieb die Japanerin dann ruhig, als es am wichtigsten war.
Der Tag begann schon vor den Medaillenkämpfen mit Überraschungen. Mehrere etablierte Namen schieden früh aus, und der Weg ins Finale sah in beiden Hälften des Tableaus sehr unterschiedlich aus.
Einen der auffälligsten europäischen Läufe zeigte die Kroatin Iva Oberan. Die bereits fünfmalige Grand-Prix-Medaillengewinnerin nahm mit Siegen über Kerem Primo, Gaetane Deberdt und Thauany David Capanni Dias richtig Fahrt auf. Im Halbfinale traf dieser Lauf schließlich auf Tanioka, die Oberans Vorstoß beendete und ihren Platz im Kampf um Gold sicherte.
Auch Taniokas eigener Weg war bereits anspruchsvoll. Sie startete gegen Chaimae Taibi, besiegte dann Ozlem Yildiz und setzte sich anschließend gegen die olympische Bronzemedaillengewinnerin Laura Fazliu durch, eine der Favoritinnen in diesem Feld. Als sie das Halbfinale erreichte, hatte sie bereits einen der stärksten Abschnitte des Tableaus überstanden.
Auf der anderen Seite zeigte Jisu Kim einen starken und überzeugenden Wettkampftag. Sie bezwang Ji Hye Kim, Natalia Kropska und Kseniia Galitskaia und sorgte dann im Halbfinale für einen der schnellsten entscheidenden Momente des Tages. Gegen Yana Makretskaya brauchte Kim nur 57 Sekunden, um mit Ippon zu gewinnen und ins Finale einzuziehen.
Im Finale entschieden Geduld, Nervenstärke und der Durchbruch im Bodenkampf.
Der Kampf um Gold lieferte sofort Spannung. Kim fand beinahe die erste Wertung mit einem spektakulären Reverse Seoi-otoshi, doch Tanioka entkam denkbar knapp. Kurz darauf nutzte die Koreanerin ihren Vorteil mit einem gut getimten O-uchi-gari zum Yuko.
Damit lag der Druck vollständig bei Tanioka. Sie überhastete nichts, geriet nicht in Panik und suchte weiter geduldig nach ihrem Moment. Spät in der regulären Kampfzeit erzielte sie die Wertung, die sie zum Ausgleich brauchte, und erzwang damit das Golden Score.
Die Verlängerung blieb mehr als zwei Minuten lang intensiv. Dann kam die entscheidende Aktion. Im Ne-waza arbeitete sich Tanioka durch den Widerstand von Kim und hielt sie die erforderlichen fünf Sekunden am Boden fest, erzielte damit erneut eine Wertung und sicherte sich so die erste Goldmedaille ihrer Karriere auf der World Judo Tour.
Nach dem Finale sagte Tanioka, sie sei unglaublich glücklich und habe gespürt, dass sich ihre Vorbereitung auf der Tatami ausgezahlt habe. Sie erklärte auch, dass sie selbst nach dem Rückstand daran geglaubt habe, die technischen Mittel für ein Comeback zu haben. Die Medaille wolle sie ihren Eltern widmen, die aus Japan angereist waren, um sie zu unterstützen.
Auch die Kämpfe um Bronze brachten beachtliche europäische Ergebnisse. Laura Fazliu aus dem Kosovo kontrollierte ihren Kampf klar, erzielte Waza-ari mit Sasae-tsuri-komi-ashi und fügte ihrer Sammlung eine weitere Grand-Prix-Medaille hinzu. Im anderen Bronzekampf blieb Deutschlands Friederike Stolze trotz zweier Shido in einem punktlosen Kampf offensiv und setzte dann im Golden Score ein perfekt getimtes Tani-otoshi zum Gewinn von Bronze an.
Für Tanioka aber war das letzte Bild das größte: ein Comeback unter Druck, ein ruhiger Abschluss im Golden Score und ein Durchbruch zu Gold in der Klasse bis 63 kg.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation
Quelle: Fighting Lifestyle
Bildquelle: IJF / International Judo Federation