Tiflis bereit für die EM: Georgiens Judo-Stars tragen Tradition und Titelhoffnung
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Wenn sich Europas Top-Judoka in Tiflis zur Europameisterschaft 2026 treffen, richtet sich der Blick besonders auf das Gastgeberland. Für Georgiens Männerteam ist dieses Turnier mehr als nur ein Heim-Event. In den Aussagen von Luka Maisuradze, Ilia Sulamanidze und Giorgi Sardalashvili wird klar, wie eng Judo dort mit Kultur, Geschichte und nationalem Selbstverständnis verbunden ist.
Luka Maisuradze, Weltmeister von 2023 in der Klasse bis 90 kg, beschreibt Judo als festen Teil des georgischen Lebens. Er verbindet den Sport mit Kampfgeist, Respekt und Disziplin und verweist auch auf die tiefe Nähe zum traditionellen georgischen Ringstil. Diese Verbindung, so der Tenor, hilft zu erklären, warum Georgien seit Jahren Athleten auf Weltklasseniveau hervorbringt und warum die Unterstützung auf den Rängen so intensiv ist.
Auch Ilia Sulamanidze, Olympia-Zweiter von Paris 2024 und amtierender Europameister bis 100 kg, sieht im Judo einen Spiegel der georgischen Geschichte. Giorgi Sardalashvili, Weltmeister 2024 bis 60 kg, hebt dazu die besondere Beziehung zwischen Team und Fans hervor. Gerade bei einer Heim-EM könnte diese Energie in Tiflis ein entscheidender Faktor werden.
In Tiflis geht es nicht nur um Medaillen, sondern auch um Identität.
Bei den prägenden Momenten des georgischen Judo nennt Maisuradze den Olympiasieg von Irakli Tsirekidze 2008 als besonders bedeutend. Ebenso groß ist für ihn das Vermächtnis von Lasha Shavdatuashvili mit seinem kompletten olympischen Medaillensatz sowie Welt- und Europatiteln. In der Klasse bis 90 kg sieht Maisuradze zudem eine besondere georgische Stärke, nicht zuletzt nach dem historischen rein georgischen WM-Finale 2023 gegen Lasha Bekauri.
Stilistisch steht Georgien laut den Athleten für Judo auf enger Distanz, geprägt von traditionellem Ringen und einer starken Basis in ashi-waza und te-waza. Sulamanidze nennt dabei Mogverdi, bruni, Khabareli und gadavleba, Sardalashvili verweist auf o-goshi, ouchi-gari und ura-nage. Gleichzeitig betont Maisuradze, dass georgische Judoka auch im katame-waza vielseitig sind.
Mit Blick auf die Europameisterschaft wächst die Spannung. Sulamanidze will seinen kontinentalen Titel vor heimischem Publikum verteidigen, Sardalashvili spricht sogar von doppelter Motivation. Beide formulieren ihren Anspruch selbstbewusst, wissen aber auch: Auf dem Tatami entscheidet nicht der Name, sondern der stärkere Moment.
Quelle: EJU_News