Tóth Krisztián steps off the tatami spotlight and into a coaching role in Tata

Vom eigenen Kampf zur Verantwortung: Tóth Krisztiáns neuer Alltag in Tata

Die Trainingshalle in Tata kennt Tóth Krisztián seit Jahren – Schweiß, Wiederholungen, feine Korrekturen, immer wieder. Doch zwischen dem 30. März und 3. April fühlte sich alles anders an. Der ungarische Olympia-Bronzemedaillengewinner kam diesmal nicht als Athlet, sondern als Coach des MTK Judo Club in das Olympic Training Camp.

In Tata geht es für Tóth nicht mehr um den eigenen Sieg, sondern um viele kleine Schritte seiner Athletinnen und Athleten.

Er beschreibt diesen Rollenwechsel offen als Mischung aus Traurigkeit und echter Vorfreude. Vor allem die neue Verantwortung trifft anders: Eine große Gruppe zu begleiten, jede Person konstant im Blick zu behalten und gleichzeitig für jede den passenden Zugang zu finden, sei deutlich schwieriger als erwartet. Auf der Matte ist Kontrolle direkt und persönlich – neben der Matte wird sie verteilt, leiser, komplizierter.

Tóth will trotzdem nicht „neu erfinden“, wie er arbeitet. Er möchte mit derselben Haltung koordinieren, die ihn als Wettkämpfer getragen hat: konsequente Arbeit, hohe Intensität und die Überzeugung, dass Ergebnisse daraus früher oder später folgen. Das klingt simpel, wird aber im Alltag schnell zur Geduldsprobe, wenn man nicht mehr nur den eigenen Körper und Kopf steuert.

Prägend bleibt für ihn die Zeit unter Pánczél Gábor, einem der erfolgreichsten ungarischen Trainer. Von dort nimmt er Prinzipien mit: sich mit dem aktuellen Regelwerk identifizieren, innovativ bleiben, breit denken, Erfahrungen sammeln und internationale Trends im Blick behalten.

Das stärkste Werkzeug ist aber seine eigene Wettkampferfahrung aus rund 15 Jahren. Tóth glaubt, gerade dadurch authentisch zu sein, Vertrauen aufzubauen und Situationen früh zu erkennen – inklusive Spielintelligenz und taktischer Struktur. Und er denkt weiter als nur bis zum Ergebnis: erreichbar bleiben, aber genug Distanz halten, damit die Beziehung klar und professionell bleibt.

In Tata ist die Matte die gleiche. Nur die Art, wie sich Erfolg anfühlt, verändert sich gerade komplett.

Quelle: EJU_News

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