Sarajevo hält das Tempo, während Türkiye den Senior European Cup anführt
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Sarajevo stand am 30.–31. Mai erneut im Mittelpunkt des europäischen Judo, als die Stadt ein weiteres intensives internationales Wochenende mit dem Senior European Cup 2026 ausrichtete. Die bosnische Hauptstadt zeigte einmal mehr, wie schnell sie von einer großen Veranstaltung zur nächsten wechseln kann, und lieferte zwei weitere Wettkampftage auf der Tatami.
Dieses jüngste Turnier fand nur zehn Tage nach dem Kodokan-Kata-Seminar in Sarajevo statt, das auf die Kata-Europameisterschaften gefolgt war. Trotz dieser eng aufeinanderfolgenden Veranstaltungen absolvierte die Stadt einen weiteren erfolgreichen Halt im Kalender und hat im Laufe des Jahres noch mehr vor sich.
Insgesamt traten am Wochenende 249 Judoka aus 21 Nationen an. Der Medaillenspiegel zeigte, wie breit das Niveau war: Neun Länder gewannen Gold, und 15 Nationen erreichten mindestens einmal das Podium.
Türkiye beendete das Turnier auf Rang eins und sammelte drei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Es war eine starke und ausgewogene Leistung in den Männer- und Frauenkategorien, die dem Team den Spitzenplatz in Sarajevo einbrachte.
Auch Kroatien erlebte ein herausragendes Wochenende und wurde mit drei Gold-, einer Silber- und drei Bronzemedaillen Zweiter in der Gesamtwertung. Dieses Ergebnis machte die europäische Präsenz an der Spitze der Tabelle besonders deutlich, da zwei regionale Teams dem gesamten Event ihren Stempel aufdrückten.
Die Russische Föderation belegte mit zwei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille den dritten Platz. Hinter den Spitzenpositionen unterstrich die Verteilung der Medaillen im gesamten Feld die Wettbewerbsstärke des Turniers und die Tiefe der European-Cup-Serie.
Für das Gastgeberland war es in entscheidenden Momenten eine frustrierend knappe Angelegenheit. Bosnien und Herzegowina stand kurz davor, sein Medaillenkonto weiter auszubauen, verpasste Podestplätze in den Kategorien -78 kg und +100 kg jedoch nur knapp, sodass den heimischen Fans ein weiterer Jubelmoment verwehrt blieb.
In der Schwergewichtsklasse der Männer gehörte Recep Ergin aus Türkiye zu den auffälligen Siegern des Wochenendes. Nach seinem Goldgewinn sagte er, er habe sich schon beim Aufwachen gut gefühlt und daran geglaubt, den Titel gewinnen zu können.
Er erklärte außerdem, dass er sich trotz des Niveaus der Gegner auf der Tatami wohlgefühlt habe und seine beste Leistung abrufen konnte. Mit Blick nach vorn sagte Ergin, dass seine nächsten Ziele Grand-Prix- und Grand-Slam-Veranstaltungen seien, bei denen er weitere Medaillen gewinnen wolle.
Sarajevo beweist weiterhin, dass es den Rhythmus des Judo auf Spitzenniveau tragen kann.
Die Veranstaltung unterstrich zudem, dass Sarajevos Rolle in dieser Saison noch lange nicht ausgespielt ist. Die Stadt soll im Sommer noch im European-Open-Kalender erscheinen, und der Herbstplan umfasst die Veteranen- und Kata-Weltmeisterschaften.
Im Moment gehört dieses jüngste Kapitel jedoch den Athletinnen und Athleten, die das Wochenende mit Action füllten, und den Teams, die ihren Eindruck hinterließen, insbesondere Türkiye und Kroatien. Der nächste Senior European Cup ist für den 19.–20. September in Skopje, Nordmazedonien, geplant.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union