Warschau ist bereit: Szymańska greift zu Hause nach dem nächsten Statement
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An diesem Wochenende kehrt das European Open in Warschau zurück – und es fühlt sich nach mehr an als nur dem nächsten Stopp im Kalender. In der polnischen Hauptstadt stehen 359 Athletinnen und Athleten aus 31 Nationen auf der Meldeliste, verteilt über sechs Kontinente. Mit 220 Männern und 139 Frauen vor der Auslosung am Freitagabend ist klar: Das wird eng, laut und sportlich richtig wertvoll.
Gekämpft wird an zwei Tagen. Am Samstag starten bei den Männern die Klassen U60kg, U66kg und U73kg, dazu bei den Frauen U63kg, U70kg, U78kg und +78kg. Am Sonntag folgen bei den Männern U81kg, U90kg, U100kg und +100kg sowie bei den Frauen U48kg, U52kg und U57kg.
Auch die Zahlen zeigen, wo es besonders brennt: U73kg der Männer ist mit 46 Startern die größte Kategorie, U66kg kommt auf 39 und U81kg auf 35. Bei den Frauen führt U63kg mit 27 Athletinnen, dahinter U70kg mit 23. In der Klasse +78kg sind neun Kämpferinnen dabei – weniger Namen, aber oft maximaler Druck pro Kampf.
Europäisch ist das Turnier stark geprägt: Polen stellt mit 63 Judoka die größte Delegation, Frankreich folgt mit 50. Dahinter kommen unter anderem Spanien und Deutschland mit jeweils 29, Italien mit 26 und die Niederlande mit 24. Genau diese Tiefe sorgt dafür, dass jede Medaille Arbeit bedeutet.
In Warschau geht es nicht nur um Punkte, sondern auch um Selbstvertrauen.
Im Mittelpunkt steht Angelika Szymańska, die ihren Titel in U63kg verteidigen will. Sie hat sich in den letzten Jahren zur polnischen Spitze gearbeitet: Gold beim Grand Slam in Baku 2023, Silber bei den Weltmeisterschaften in Abu Dhabi 2024 und drei Grand-Slam-Bronzen in Paris von 2021 bis 2023. Dazu kommen Erfolge im Nachwuchsbereich mit dem European-U23-Titel 2021 in Budapest und Silber 2020 in Porec. In Warschau kennt sie den Moment ganz oben bereits – sie gewann hier 2020 und erneut 2025 – und unter Trainerin Aneta Szczepańska kommt sie wieder als eine der Figuren des Wochenendes.
Neben ihr sind weitere polnische Namen hoch gesetzt, darunter Katarzyna Sobierajska, Natalia Kropska, Piotr Kuczera und Grzegorz Teresinski. Frankreich reist ebenfalls mit starken Optionen an, etwa Ophelie Vellozzi und Anais Perrot. Für die Niederlande steht Junioren-Weltmeisterin Linde Hanstede in U78kg besonders im Fokus. Nach Frankreichs dreimal Gold im Vorjahr will diesmal jeder beweisen, dass Warschau nicht nur ein Heimspiel ist, sondern ein offenes Duell.
Quelle: JudoInside