Warschau bebt: Frankreich sammelt Gold, Polen trifft mitten ins Herz des Heimturniers

Der Auftakt der Warsaw European Open hatte alles, was Judo live so besonders macht: enge Duelle, schnelle Entscheidungen – und eine Halle, die bei jedem Auftritt der Gastgeber laut wurde. Polen stand in fast jedem Finale mit einem eigenen Namen auf der Matte, und genau das machte den ersten Tag so elektrisch.

Heimvorteil kann tragen – aber er garantiert nichts.

In der Gesamtwertung lag am Ende Frankreich vorn: viermal Gold und dreimal Bronze. Direkt dahinter folgte Polen mit einem Gold und drei Silbermedaillen – ein starkes Ausrufezeichen, gerade weil die polnische Mannschaft im Vergleich zu Frankreich auf einer deutlich kleineren Basis arbeitet. Vor heimischem Publikum wirkte das Team mutiger, frecher, präsenter.

In der -63-kg-Klasse gab es viel Oranje im Bronzekampf: Elena Renes (NED) holte Bronze gegen Nadiah Krachten, während Ariela Sanchez Benitez (ESP) gegen Joni Geilen (NED) jubelte. Im Finale setzte sich Melodie Turpin (FRA) gegen die polnische Favoritin Natalia Kropska (POL) durch. Kropska bestimmte lange die erste Hälfte, attackierte mit O-uchi-gari und Yoko-tomoe-nage und zeigte starke Ne-waza, doch Turpin drehte das Duell mit Kontern und brachte ihren Vorsprung über die Zeit.

Polens goldener Moment kam in der -70-kg-Kategorie: Aleksandra Kowalewska (POL) schlug Sarah Mehlau (GER) mit einem gut getimten Drop Seoi-nage und zog sofort in dominantes Ne-waza nach – Gold und ein echter Heim-Highlight. Bronze ging hier an Florine Soula (FRA) und Tanja Gruenewald (GER).

Auch in den Männerklassen gab es europäische Schlagzeilen: In -66 kg gewann Simon Lesauvage (FRA) das Finale gegen Mattia Miceli (ITA) nach Golden Score, als Miceli die dritte Strafe kassierte. In +78 kg stoppte Tiziana Marini (ITA) die polnischen Hoffnungen: Tsuri-komi-goshi für Waza-ari, dann direkt Osae-komi bis Ippon gegen Kinga Wolszczak (POL).

Der zweite und letzte Tag bringt die leichten Frauenklassen und die schweren Männerdivisionen – und nach diesem Start fühlt es sich an, als könnte in Warschau noch alles passieren.

Quelle: EJU_News

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