Varapayeu Turns a Chaotic -90 kg Day Into Career-Best Gold - Image: IJF / International Judo Federation

Varapayeu macht aus einem chaotischen -90-kg-Tag das beste Gold seiner Karriere

Yahor Varapayeu war in der -90-kg-Klasse nach einem dramatischen Finale auf der World Judo Tour der prägende Name. Der Belarusse setzte sich in einer unberechenbaren Kategorie durch und holte seine erste Grand-Prix-Goldmedaille, indem er Guilherme Schimidt in einem Kampf besiegte, der in den Schlussmomenten heftig kippte.

Das war kein geradliniger Weg nach ganz oben. Varapayeu begann den Tag als einer der Außenseiter, doch sein Turnier nahm eine andere Richtung, als er Weltmeister Goki Tajima besiegte und das Halbfinale erreichte. Dort stoppte er den starken Lauf von Erzhan Kanatbekov und zog mit wachsendem Selbstvertrauen in das größte Finale seiner Karriere ein.

Auf der anderen Seite des Tableaus wirkte Schimidt wie der gefestigtste Athlet im Feld. Der Brasilianer beendete die Herausforderung des Lokalmatadors Han Qi und kontrollierte anschließend sein Halbfinale gegen Nurbek Murtozoev. Ruhig, abgeklärt und effizient baute er Runde für Runde Momentum auf und verdiente sich damit vollauf einen weiteren Finaleinzug auf der World Judo Tour.

Der Kampf um Gold spiegelte diese beiden unterschiedlichen Wege wider. Schimidt versuchte früh, das Tempo zu bestimmen, machte sowohl im Tachi-waza als auch am Boden Druck, fand aber keine Wertung. Varapayeu blieb gefasst und wartete auf seinen Moment.

Er kam in der letzten Minute. Der Belarusse setzte ein wunderschön getimtes, kreisförmiges Uchi-mata an und erhielt dafür Yuko zur Führung. Es sah nach der entscheidenden Aktion des Kampfes aus, doch die Dramatik war noch nicht vorbei.

Schimidt antwortete schnell mit Ko-uchi-gari, das zunächst ebenfalls mit Yuko bewertet wurde und den Kampf scheinbar ins Golden Score schickte. Dann kam das Review. Die Videoprüfung zeigte, dass Schimidt beim Angriff ans Bein gegriffen hatte, sodass die Wertung gestrichen und durch ein Shido ersetzt wurde. Diese Entscheidung bestätigte Varapayeu als Sieger.

Ein spätes Uchi-mata veränderte im Finale der -90 kg alles.

Für Varapayeu bedeutete das Ergebnis mehr als nur eine Medaille. Er sagte, der Sieg sei nach einer schwierigen Rückkehr und einer Auftaktniederlage gegen einen koreanischen Athleten in Ulaanbaatar besonders wichtig gewesen. Nach einem kurzen Trainingslager in der Mongolei sammelte er sich neu und fand genau zum richtigen Zeitpunkt die Antwort, die er gesucht hatte.

Er betonte zudem das größere Gesamtbild und verwies darauf, wie wichtig ein starker Start in seine Olympia-Qualifikationskampagne sei. Das verlieh diesem Erfolg zusätzliches Gewicht, nicht nur als persönlicher Durchbruch, sondern auch als wichtiges Resultat in einer anspruchsvollen Phase der Saison.

Auch in den Bronzekämpfen gab es eine europäische Medaille. Murad Fatiyev aus Aserbaidschan erzielte in der Schlussminute gegen Kanatbekov Yuko und sicherte sich damit seine zweite Bronzemedaille in Folge auf der World Judo Tour, nachdem er schon eine Woche zuvor in der Mongolei auf dem Podium gestanden hatte. Im anderen Kampf um Bronze besiegte Tajima Murtozoev mit einem schnellen, entschlossenen Abschluss: Er drehte ihn auf den Rücken und ging sofort in einen Haltegriff über, der Ippon brachte.

Das endgültige Podium in der -90-kg-Klasse sah Varapayeu auf Gold, Schimidt auf Silber sowie Fatiyev und Tajima auf Bronze. In einer Gewichtsklasse voller Wendungen und Überraschungen fand Varapayeu den einen Moment, der am meisten zählte, und nutzte ihn.

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

Quelle: Fighting Lifestyle

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

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